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FCK-Chef Kuntz: Wir müssen nach vorn schauen

Herr Kuntz, am Wochenende ist die Saison zu Ende gegangen. Wie geht es Ihnen?
Stefan Kuntz:
Na ja, ich fühle mich etwas zwiegespalten. Auf der einen Seite ist da diese riesige Enttäuschung. Aber auf der anderen Seite müssen wir ja trotz allem nach vorne schauen und in die Planungen für die neue Saison gehen. Heute steht die außerordentliche Mitgliederversammlung an.

Was hatte Sie bewogen, diese Versammlung einzuberufen?
Kuntz:
Durch den schlechten sportlichen Verlauf sind natürlich auch Fragen offen, die beantwortet werden sollen. In so einer schlechten Phase ist der Nährboden für Gerüchte größer. Dem möchten wir auch begegnen. Damit die Saison mit diesem 9. Mai abgehakt ist, dass dann die Ängste und Sorgen der Mitglieder besänftigt sind und wir wieder gemeinsam nach vorne schauen können. Deshalb ist es wichtig, dass viele Mitglieder kommen, die an Fakten interessiert sind und deren Herz am 1. FC Kaiserslautern hängt und nicht, damit eigene Interessen verfolgt werden.

Zwischenzeitig gab’s starke Kritik an Ihnen. Wie nehmen Sie die Stimmung um den FCK wahr?
Kuntz:
Wir haben einen Großteil der Fans, die wissen, dass die Leidensfähigkeit eines Anhängers beim FCK durchaus strapaziert wird. Aber in erster Linie gibt es aufgrund der Vergangenheit einfach viele Ängste bei den Menschen – und darauf hätten sie gerne Antworten. Mit unserem Team hatten wir jetzt drei fast nur erfolgreiche Jahre. Und dass da eine gewisse Unsicherheit ist, wie es aussieht, wenn uns mal der Wind ins Gesicht bläst, ist doch selbstverständlich.

Was muss sich ändern, damit der Wiederaufstieg gelingt?
Kuntz:
Die Integrationszeit der Spieler muss sich deutlich verkürzen. Die Mannschaft muss aber auch Teamgeist entwickeln. Das Wichtigste ist aber, dass das Auftreten auf dem Platz auch den Tugenden des FCK entspricht. Die kennt jeder und die kann jeder abrufen – egal, was drum herum passiert.

Mit Albert Bunjaku, 28, und Mimoun Azouagh, 29, kommen zwei erfahrene Spieler. Ist das der Weg für kommende Saison?
Kuntz:
Es muss diese Mischung sein. Wir haben zum Beispiel mit Ariel Borysiuk, Konstantinos Fortounis und Julian Derstroff junge Wilde. Aber die brauchen auch die Erfahrung um sich herum. Wir haben diese Saison gesehen, dass zu den fußballerischen Qualitäten noch andere Qualitäten hinzukommen müssen. Und da gehört eine gewisse Druckresistenz dazu. Es geht auch darum, mal unangenehme Sachen anzusprechen, mit denen ich für den Moment vielleicht anecke, die aber langfristig zum Erfolg führen, statt immer nur mit ganz harmonischer Stimmung in der Kabine. Das war manchmal schwer zu verstehen, dass die Harmonie in dieser Saison so stark vorgeherrscht hat, trotz der Situation.

Der Etat muss von etwa 14 auf zehn Millionen Euro reduziert werden. Zieht das auch nach dem Verkauf von Kevin Trapp für geschätzte 1,5 Millionen Euro Ablöse an Eintracht Frankfurt weitere Spielerverkäufe nach sich, oder reicht die in den Verträgen festgeschriebene Gehaltsreduzierung nach dem Abstieg aus? Und wie sieht es mit den Leihspielern aus?
Kuntz:
Bei den meisten Spielern liegen die wirtschaftlichen Einbußen durch den Abstieg bei 30 bis 40 Prozent. Zudem werden uns mit Sandro Wagner, Thanos Petsos, Nicolai Jörgensen und Dorge Kouemaha alle Leihspieler verlassen.

Bleibt Christian Tiffert?
Kuntz:
Wir müssen sehen, mit welchem Spieler es noch Sinn hat, oder wem wir die Zukunft verbauen. Da muss man auch mit eventuellen Interessenten darüber sprechen. Wer hat bei uns keine Zukunft? Wo ist es besser, jemanden auszuleihen oder zu verkaufen? Das sind die Basis-Entscheidungen. Insgesamt wollen wir aber erst die Versammlung abwarten und vor allem erst mit den Spielern selbst sprechen, bevor wir etwas kommunizieren.

Hat der Abstieg negative Auswirkungen auf den Ausbau des Nachwuchsleistungszentrums?
Kuntz:
Ganz klar: Nein. Wir haben ja schon vor zwei Jahren gesagt, dass sich da etwas tun wird, und arbeiten seitdem an einer unabhängigen Finanzierung für das Nachwuchsleistungszentrum. Denn gerade in sportlichen Krisen wird am liebsten dort gespart. Wobei man auch sehen muss, dass es ja dennoch einige Spieler wie Derstroff, Dominique Heintz, Steven Zellner oder Willy Orban schaffen, nach oben zu kommen. Aber wir versuchen, da spätestens bis zur regulären Mitgliederversammlung konkrete Pläne vorzustellen.

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