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FCK: Neue Strategie mit neuem Sportdirektor

Eine neue Philosophie und ein neuer Sportdirektor für den 1. FC Kaiserslautern: Der Fußball-Zweitligist, der den angestrebten Aufstieg in der abgelaufenen Saison mit Rang vier verpasst hat, hat am Samstag mit Markus Schupp einen neuen sportlichen Leiter vorgestellt. Zudem gab der Verein eine Abkehr von seiner bisherigen Transferpolitik bekannt. „In den letzten beiden Jahren wollten wir den Wiederaufstieg mit dem einen oder anderen namhaften Spieler aus der Bundesliga erreichen“, sagte der FCK-Vorstandsvorsitzende Stefan Kuntz am Samstag und erklärte: „Jetzt ist es Zeit für einen Philosophiewechsel, wir werden in Zukunft auf junge Spieler bauen, die heiß auf den FCK sind und für die unser Verein der nächste logische Karriereschritt ist.“

Das Gesicht dieses Wandels soll Markus Schupp werden, der in Kaiserslautern einen Zweijahresvertrag
unterschrieben hat. Schupp, geboren in Idar-Oberstein, spielte von 1983 bis 1991 für den FCK, wurde 1990 deutscher Pokalsieger und gehörte 1991 zusammen mit Stefan Kuntz zur Meistermannschaft der Roten Teufel. Nach Stationen als Chef- oder Co-Trainer bei Wacker Burghausen, dem Hamburger SV, Red Bull Salzburg, dem Karlsruher SC und Sturm Graz war der 48-Jährige bis Ende 2013 als Sportdirektor beim Ligakonkurrenten VfR Aalen tätig. „Mit der Aufgabe, junge, talentierte Spieler zu formen und trotzdem ambitionierte Ziele zu verfolgen, konnte ich mich sofort identifizieren“, erklärte Schupp, zu dessen Arbeitsfeldern zukünftig vor allem Kaderzusammenstellung und Scouting zählen.

 Damit Schupp, dessen Vertrag beim VfR Aalen am Freitag aufgelöst wurde, den Posten des Sportdirektors in Kaiserslautern überhaupt antreten konnte, musste zunächst ein Passus im Arbeitsvertrag von Stefan Kuntz geändert werden, der Kuntz als Sportdirektor und Vorstandsvorsitzenden in Doppelfunktion auswies. Im Zuge dieser Änderung habe man den noch bis 2015 laufenden Vertrag mit Kuntz bis 2017 verlängert, sagte Professor Dieter Rombach, der FCK-Aufsichtsratsvorsitzende. „Wenn wir unsere neue Philosophie glaubhaft vermitteln wollen, muss in der Vereinsführung Stabilität herrschen“, begründete Rombach die vorzeitige Verlängerung. Kuntz soll sich künftig eher um den Ausbau des Nachwuchsleistungszentrums und um die EU-Konformität der angestrebten Pachtzinssenkung für das Lauterer Fritz-Walter-Stadion kümmern.

Was die neue sportliche Ausrichtung der Pfälzer für erfahrene Spieler wie Karim Matmour (28) und Srdjan Lakic (30) bedeutet, ist noch unklar. Klar ist, dass Mohamadou Idrissou und Jan Simunek schon weg sind, Albert Bunjaku, Olivier Occean und Enis Alushi gehen können, Simon Zoller gehen will und Florian Dick ein verbessertes Angebot des FCK abgelehnt hat.

„Die Analyse des aktuellen Kaders ist noch nicht abgeschlossen. Erst danach werden Trainer Kosta Runjaic und ich entscheiden, wie wir uns in Zukunft aufstellen“, sagte Schupp. Eingeschränkt werden mögliche Neuverpflichtungen durch den Lizenzspieler-Etat, der wie in der Vorsaison etwa 13 Millionen Euro betragen soll. Der Aufstieg ist für Kaiserslautern in der kommenden Saison aber offenbar weder sportlich noch finanziell ein absolutes Muss, wie es in der Vergangenheit oft kolportiert wurde. „Wir wollen nicht im Hauruck-Verfahren nach oben, sondern setzen auf Nachhaltigkeit“, sagte Rombach, während Stefan Kuntz erklärte: „Die Mannschaft, die nächste Saison für uns aufläuft, muss keine Angst haben, dass es für den Verein in die finanzielle Ungewissheit geht, wenn wir nicht aufsteigen.“

Ob der Jugendstil des FCK erfolgreich ist, muss sich erst zeigen. Zumindest die Stimmung in der Pfalz scheint nach dem verpassten Aufstieg aber erstmals wieder optimistisch zu sein. „Mein Gefühl sagt mir, dass heute ein guter Tag für den FCK war. Wir haben die Weichen für eine erfolgreiche sportliche Zukunft gestellt“, meinte Rombach.
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