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FCK will in Nürnberg punkten

Kaiserslautern. Es ist noch nicht allzu lange her, da hätte er zuschauen müssen. Vermutlich in Block zehn oder elf, dort wo er früher als Kind und Jugendlicher immer gestanden hat. Damals reichte schon ein einziger Kreuzbandriss, um einen Schlussstrich unter eine Karriere zu ziehen. Und auch wenn es beim heutigen Stand der Medizin kein vollwertiges Wunder mehr ist, so ist es doch zumindest ein dreiviertel Wunder, dass Mathias Abel wieder Fußball spielt. Nach drei Kreuzbandrissen in den vergangenen sechs Jahren hätte es auch gut sein können, dass die Spaziergänge mit dem Hund nicht Freizeitgestaltung, sondern einzige sportliche Betätigung geworden wären. „Natürlich war es eine schwere Zeit“, sagt Abel. Nach einer Reise durch die Fußball-Republik – aus der Jugend des FCK zu Mainz 05, dann zu Schalke 04, von dort nach Hamburg ausgeliehen – sollte die Rückkehr an den Betzenberg ein Neuanfang werden. Ein Neuanfang, dem Kreuzbandriss Nummer drei ein jähes Ende bereitete.
Doch aufzugeben, das stand nie zur Wahl für ihn: „Ich bin nicht der Typ, der aufgibt. Meine Familie und die Mannschaft haben mir Kraft gegeben“, sagt er. Er wollte hier spielen, mit der Mannschaft, deren Fan er immer war, Tore schießen wie das 3:3 gegen den VfB Stuttgart am vergangenen Samstag. Und so drängte er sich in diese Mannschaft, deren Teil er lange Zeit nur auf dem Papier war: „Ich habe so oft wie möglich hier trainiert, war beim Mittagessen dabei.“ Und nach drei Jahren war es so weit – er spielte wieder Bundesliga.
Nach den Verletzungen von Rodnei und Jan Simunek stand er plötzlich in der Mannschaft. Und da die beiden weiterhin ausfallen, wird er auch morgen um 15.30 Uhr beim 1. FC Nürnberg wieder neben Kapitän Martin Amedick spielen. Er wird auch einer von denen sein, von denen Trainer Marco Kurz sagt: „Es war nicht selbstverständlich, dass eine Mannschaft ein 0:3 noch dreht. Das Spiel gegen Stuttgart hat schon Kraft gegeben.“ Auch wenn er vor den Nürnbergern trotz deren 0:3-Niederlage bei Bayern München warnt: „Es ist eine gefestigte Mannschaft, die guten Fußball spielt.“ War das Tor also auch als endgültiger Schlussstrich unter Abels Leidenszeit? „Nein, kein Schlussstrich“, sagt er. Eher ein verspäteter Neuanfang. Für einen Schlussstrich hat er noch zu viel vor.


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