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FCS: 17-Jähriger Stürmer Özbek begeistert die Fans

Drei Spiele, drei Pleiten: Aufsteiger Saarbrücken ist Schlusslicht der Dritten Liga. Vor der vierten Partie macht schon das Wort Abstieg die Runde. Trainer Jürgen Luginger sagt verärgert: »Soweit sind wir noch lange nicht!«

Drei Spiele, drei Pleiten: Aufsteiger Saarbrücken ist Schlusslicht der Dritten Liga. Vor der vierten Partie macht schon das Wort Abstieg die Runde. Trainer Jürgen Luginger sagt verärgert: »Soweit sind wir noch lange nicht!«

Erstes Spiel von Beginn, zwei Tore gemacht: Der 17-jährige Ufuk Özbek schoss sich beim 7:0 des 1. FC Saarbrückens bei Carl Zeiss Jena am Mittwoch endgültig in die Herzen der Fans. Doch der Teenager bleibt bescheiden.
 
Jena.
„Es war ein tolles Gefühl“, sprudelte es am Mittwochabend aus Ufuk Özbek, als er über sein erstes Tor in der 3. Fußball-Liga berichtete: „Ich dachte nur: super, 3:0.“ Später folgte sein zweiter Treffer und ein überraschender 7:0-Sieg des 1. FC Saarbrücken bei Carl Zeiss Jena. „Der Trainer hat mir die Chance gegeben, ich habe alles dafür getan, das Vertrauen zu rechtfertigen“, erklärte der 17-Jährige. „Saarbrücken war der richtige Schritt“, sagt Vater Sinasi Özbek. Der 48-Jährige aus Castrop-Rauxel ergänzt: „Ich habe mir anfangs schon Sorgen gemacht. Dass er nicht professionell lebt, nicht genug schläft. Aber das klappt offensichtlich sehr gut.“
Ein 17-Jähriger 400 Kilometer von daheim entfernt– klar, dass sich ein Vater sorgt. Muss er aber nicht. „Die Mannschaft, der Stab drumherum, alle helfen einander“, bestätigt der Sohn, der mit vier Jahren bei Blau-Gelb Schwerin zum ersten Mal unter den Ball trat. Mit zwölf wechselte er zum FC Schalke 04. Vor dieser Saison holte ihn FCS-Trainer Jürgen Luginger ins Saarland. Er sagt: „Ich kenne Ufuk schon länger. Als ich gehört habe, dass es für ihn auf Schalke nicht so passt, haben wir Kontakt aufgenommen. Ich glaube, wir können noch viel Spaß mit dem Jungen haben.“

Bruder spielt für Galatasaray

Dabei ist der türkische Junioren-Nationalspieler kein typischer Teenager. „Ich gehe selten mal in der Stadt aus“, sagt er, „der Focus liegt auf Fußball“. Sein Vorbild kommt aus der Familie. Bruder Baris spielt beim türkischen Top-Club Galatasaray Istanbul. „Er hat mehr Erfahrung, schließlich ist er schon 24 Jahre alt. Seine Zweikampfstärke und Aggressivität sind beeindruckend“, schwärmt der Neu-Saarbrücker: „Ich bin aber vielleicht technisch stärker.“ Das konnte er schon beweisen. Im Test gegen Zweitligist Alemannia Aachen (0:0) klemmte er den Ball zwischen die Beine und hüpfte über zwei Abwehrspieler. Im ersten Ligaspiel bei Kickers Offenbach (0:2) sorgte er nach seiner Einwechslung für Belebung der Offensive, beim 0:3 gegen Eintracht Braunschweig und beim 3:4 gegen den 1. FC Heidenheim konnte er aber keine Akzente setzen. Gegen Jena platzte nun der Knoten. „Es ist natürlich ein Unterschied zur A-Jugend im vergangenen Jahr. Das ist Männer-Fußball. Ich muss mich da noch an Härte und Tempo gewöhnen“, sagt Ufuk Özbek. Auf Kabinettstückchen müssen Fans nicht verzichten. „Es ist Teil meines Spiels, mal was Überraschendes zu machen“, verspricht der Ex-Schalker, „aber ich mache solche Sachen nicht für die Galerie. Es muss zum Torschuss führen. Der Erfolg der Mannschaft steht immer im Vordergrund“.

Hintergrund
Nach dem Spiel in Jena gab es in und um den Ernst-Abbe-Sportpark Ausschreitungen. Jenaer Fans versuchten den mit 150 FCS-Anhängern gefüllten Gästeblock zu stürmen. Auf der einzigen Zufahrtsstraße wurden später Busse und Pkw aus dem Saarland mit Gegenständen beworfen, Scheiben gingen zu Bruch. „Durch die Dachluke wurde Pfefferspray in den Innenraum eines Busses geleitet. Eine Panik brach aus“, berichtet Augenzeuge Jörg Rodenbüsch vom Saarbrücker Fanprojekt Innwurf: „Ein Saarbrücker wurde von einer Flasche getroffen und mit Kehlkopfanriss ins Krankenhaus eingeliefert. Schlägereien gab es aber nicht.“
Dem widerspricht René Treunert, Einsatzleiter der Jenaer Polizei: „Etwa 80 Jenaer Fans und 70 Saarbrücker prügelten mit Fäusten und Fahnenstangen aufeinander ein.“ Drei Polizisten seien im Einsatz leicht verletzt worden, drei Steinewerfer aus Jena bereits während des Spiels festgenommen worden.
Die Mannschaft des FCS musste fast zwei Stunden warten, ehe eine sichere Abreise gewährleistet werden konnte. cor
 




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