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FCS-Abwehr gleicht einer Schießbude

Zum Wegschauen ist das Defensivverhalten der FCS-Abwehr um Marc Lerandy.

Zum Wegschauen ist das Defensivverhalten der FCS-Abwehr um Marc Lerandy.

Saarbrücken. 29 Gegentore in 17 Spielen – selbst Jürgen Luginger, Trainer des Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken, betitelte die Defensivarbeit seiner Mannschaft im Spiel gegen Wehen-Wiesbaden am Samstag (3:3) als „nicht drittliga-tauglich“. Im Mittelpunkt der Kritik an der Hintermannschaft steht Kapitän und Abwehrchef Marc Lerandy. „Natürlich sind 29 Gegentore zu viel“, sagt der Innenverteidiger: „Jetzt aber alles auf die Abwehr zu schieben, ist genauso falsch, wie bei Toren alleine den Sturm zu bejubeln.“ Er habe „ein breites Kreuz“ und stelle sich „vor die Mannschaft, wenn Schläge von außen einprasseln. Die Innenverteidigung hat auch im Vorjahr so gespielt. Rechts und links haben wir gute Leute dazubekommen, die Jungs hintendran machen Druck. Dass wir trotzdem zu viele Tore kassieren, diesen Schuh ziehe ich mir als Abwehrchef an“.

Als Kapitän steht Lerandy vor der Mannschaft – auch gegenüber den Fans. Nach dem 3:3 am Samstag machte der 30-Jährige im Fanradio seinem Unmut über Pfiffe im Ludwigspak-Stadion Luft: „Es war keine große Sache. Nach dem 0:2 kamen halt einige dumme Rufe und ich habe nur einmal gefragt, ob man so seine Mannschaft anfeuert. Wir sind alle ein Verein. Auch ich bin jetzt schon lange da und mir liegt der FCS sehr am Herzen.“

Dass Lerandy sich mit solchen Aktionen angreifbar macht, ist ihm bewusst. Dass auch seine Leistung in dieser Saison nicht stabil ist, auch: „Natürlich weiß ich das. Ich hatte ein Gespräch mit dem Trainer, der mehr von mir erwartet. Das nehme ich mir auch sehr zu Herzen. Doch manchmal habe ich schon das Gefühl, dass ich als Kapitän besonders beobachtet werde. Ich habe auch in den vergangenen Jahren mal ein schlechteres Spiel gemacht. Das wurde aber nie so kritisch gesehen und so schlecht bewertet.“ Ist das Kapitäns-Amt also eher eine Last für den Mann, der vor fast dreieinhalb Jahren vom VfR Willstädt aus der Bezirksliga zum FCS kam? Lerandy widerspricht: „Ich war auch unter Dieter Ferner schon Führungsspieler und habe mich der Sorgen und Probleme meiner Mitspieler angenommen. Im vorigen Jahr habe ich mir die Sache mit Stephan Sieger aufgeteilt, jetzt bin ich Kapitän. Darunter leidet die Leistung nicht.“ Auch im Privatleben ist alles im Lot: „Meine Frau ist im achten Monat schwanger, alles läuft großartig. Da gibt’s keine Probleme.“

Die Probleme in der Defensive sind aber da. Trainer Luginger sagte, „auch die Geduld eines Trainers ist endlich“ und „es gibt keine Stammplätze mehr“. Auch für Lerandy? „Wenn man einen Spieler fragt, woran es denn liegt, ist es einfach schwer zu beantworten, weil ja keiner absichtlich Fehler macht. Jeder arbeitet daran, seine Fehler abzustellen“, so Lerandy: „Und darum bin ich sicher, dass wir auch wieder schönere Tage haben werden.“

Am Freitag um 19 Uhr beim 1. FC Heidenheim bekommt die FCS-Defensive die nächste Bewährungschance.




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