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FCS-Mitgliederversammlung soll über personelle und strukturelle Veränderung entscheiden

Freitagnachmittag, Saal Monet im Hotel Victors im Saarbrücker Deutschmühlental. Hartmut Ostermann schaut um 16.04 Uhr noch einmal auf die Uhr, ehe er zu seiner „persönlichen Erklärung“ ansetzt. Auf zwei DIN-A4-Seiten hat der Präsident des 1. FC Saarbrücken sie sich mit blauem Kugelschreiber vorgeschrieben. Er erzählt über die vergangenen eineinhalb Jahre, in denen er wieder Präsident ist, an seine 20 Jahre als Sponsor, erinnert an den Abstieg aus Liga drei, an Milan Sasic, an die bisher gute Runde in der Regionalliga, schaut vor auf die Relegationsrunde „die wir gerne mit dem ersten Platz erreichen wollen“. Er erzählt und erzählt. Nimmt Bezug auf die Kritik der Fans an seiner Person („Das ist ja nichts Neues“). Er erinnert an die Mitgliederversammlung vom 24. Februar (wir berichteten). Über den zurückgetretenen Vizepräsidenten Sebastian Pini, über dessen vermeintliche Nötigungsversuche („Wir können die nicht erkennen“).

Es dauert exakt 20 Minuten, bis er von der Rückschau zum Kern seiner „persönlichen Erklärung“ kommt. Und der hat es in sich: „Das Präsidium wird sich am 1. April mit dem Aufsichtsrat treffen. Wir wollen beschließen, in der zweiten Junihälfte eine Mitgliederversammlung zu veranstalten. Eine Außerordentliche. Mit Neuwahl des Aufsichtsrates.“ Der Aufsichtsrat bestellt das Präsidium. Wird das auch neu? Ja. „Wir wollen den Verein strukturell, organisatorisch und personell neu strukturieren“, sagt der Unternehmer.

Über die Gründe schweigt er sich nicht aus. Er sieht ebenso wie einige Fans die Notwendigkeit, den Verein neu aufzustellen. Dabei haben die Anhänger andere Motive als der 63-Jährige. Sie wollen einen personellen Schnitt, weil ihnen 20 Jahre unter einem Hauptsponsor und Teilzeitpräsidenten genug sind. Ostermann selbst will den Wechsel, weil er den Klub in „professionelle Hände“ geben will. Das heißt: in die Hände eines Geschäftsführers. Einem, der einer ausgegliederten Profiabteilung vorsteht.

„Die Ausgliederung muss kommen“, sagt auch Schatzmeister Dieter Weller, der ebenfalls im Saal Monet war. Ostermann – und mit ihm sein Geld – will sich nach dieser angedachten Strukturänderung nicht zurückziehen. „Ich lasse nicht alles fallen und sage: nach mir die Sintflut.“ Ob er weiter in großem Umfang Geld in den Klub reinpumpt, macht er auch davon abhängig, „welche Gegenleistung der Hauptsponsor dafür bekommt“. Da wäre ein Investment in eine GmbH wesentlich lukrativer als in einen Verein. Auch hier deutet also alles auf eine bevorstehende Ausgliederung hin. „Die Mitgliederversammlung“, sagt Ostermann, „soll die Grundlage für einen gemeinsamen Neuanfang sein.“ Alle sollen sich bis Juni „Gedanken machen, wie sie den Verein nach vorne bringen können.“

Ob es bereits Namen für den Aufsichtsrat gibt, ob diese Kandidaten ihr Schattenpräsidium im Hinterkopf haben, ob Dieter Weller im Präsidium bleibt – alles Fragen, die gestern nicht beantwortet werden konnten. „Alles ist offen. Jeder kann sich seinen Plan bis dahin machen“, sagt Ostermann. „Aber bis dahin seien eh zwölf Spiele zu gehen. Aufsichtsrat, Fans und auch Vorstand sollten in den kommenden zwei Monaten Ruhe bewahren. Wir haben alle ein Ziel.“ An diesem Samstag um 14 Uhr in Koblenz heißt dies erneut: drei Punkte.

 

Meinung:
 

Ostermann beugt sich nicht

Von SZ-RedakteurMichael Kipp

Hartmut Ostermann will den Verein wieder vereinen. Dabei hat er erkannt: Das geht nur mit neuen Gesichtern an der Spitze. Zu groß sind die Gräben zwischen Präsidium und Teilen der Fanlandschaft.

Jetzt aber zu glauben, Ostermann beuge sich deren Rücktrittsforderungen, ist gänzlich falsch. Der Unternehmer sieht, dass er dem Verein professionelle Strukturen geben muss, will der FCS wieder nach oben kommen. Nicht nur in Tabellen, sondern auch in der Wahrnehmung. Denn das Image des Vereins ist im Keller. Das wird nur besser, wenn Erfolg da ist. Erfolg im Fußball ist kaufbar. Aber auch nur dann, wenn der Käufer Ahnung vom Fußball-Geschäft hat. Ein guter Geschäftsführer, ein guter Manager, eine ausgegliederte Abteilung, in die viele Sponsoren investieren können, sind Grundlagen dafür. Im Aufsichtsrat einer solchen Abteilung könnte auch Ostermann sitzen. Was für alle wohl das Beste wäre.
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