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FCS-Trainer Luginger hat 2. Liga im Blick

FCS-Trainer Jürgen Luginger ist in Saarbrücken mehr als angekommen.

FCS-Trainer Jürgen Luginger ist in Saarbrücken mehr als angekommen.

Saarbrücken. Pessimismus ist die Lebensanschauung von der unverbesserlich schlechten Welt. Zugegeben, die Welt des 1. FC Saarbrücken war in den vergangenen Jahrzehnten oft eine unverbesserlich schlechte. Abstiege, Trainer-Rauswürfe, Präsidenten-Gescharrer, hektisches Gezeter, kaum Zusammenhalt. So etwas prägt die Fans, drängt sie jammernd in die Pessimismus-Ecke. „Das negative Denken war schon auffällig“, erklärt Jürgen Luginger, Trainer des 1. FC Saarbrücken, über seinen Start. Seit Saisonbeginn ist er da, kam von Rot-Weiß Oberhausen an die Saar und bekam zum Ziel, der jungen Mannschaft und ihren Fans die 3. Liga zu erhalten.

„Der Vorstand behielt die Ruhe“

Es war absehbar und angekündigt, dass dies für den 43-Jährigen keine leichte Aufgabe wird. Die Mannschaft war jung, unerfahren, kaum jemand hatte je in Liga drei gespielt. Zusammenhalt und Ruhe im Verein sollten die Grundvoraussetzungen sein. Doch die Vorsätze vergaßen einige Fans wieder. Vor allem, nachdem der FCS zehn Spiele in Folge nicht gewinnen konnte (darunter sieben Unentschieden), begannen Ende November, die alten Pessimismus-Mechanismen zu greifen: Wenn es nicht läuft, muss sofort der Trainer weg. Ein neuer muss her, am besten noch mit drei, vier gestandenen Altprofis im Gepäck, forderten einige in den Fanforen. So lief das in den vergangen Jahren meist beim FCS, und meist ging es natürlich schief. „In dieser Phase hätte ich mir mehr Optimismus gewünscht“, sagt Luginger im Redaktionsgespräch mit der Saarbrücker Zeitung. „Der Vorstand behielt aber die Ruhe“, sagt Luginger. Die sportliche Leitung glaubte an ihn, an die Mannschaft. „Das tat gut und war der richtige Weg“, lobt Luginger. Als es Ende Januar eine 1:3-Heimniederlage gegen Carl Zeiss Jena setzte, waren die Rufe nach Veränderungen besonders laut. Laut Luginger war genau dieses Spiel ein Knackpunkt. Das Hinspiel hatte der FCS mit 7:0 gewonnen (Ligarekord). „Nach der Niederlage haben die Jungs einfach gemerkt, sie müssen mehr tun, um drin zu bleiben.“



Zwei Niederlagen, zwei Remis, ein Sieg

Und sie taten es auch, minimierten Fehler, maximierten das Selbstvertrauen mit Siegen gegen die Aufstiegsaspiranten Dynamo Dresden (3:2) und Kickers Offenbach (2:0). Es folgten zwei Niederlagen, zwei Remis, ein Sieg. Damit hatte der FCS Mitte März drei schmale Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Trotz guten Spiels und enger Liga keimte damals die Trainerdiskussion wieder auf und drohte, ungewollte Blüten anzunehmen. Doch die Mannschaft rupfte sie „einfach“ mit einem zweiten Ligarekord aus dem Rasen der Tatsachen. Zumindest sahen die meisten der neun folgenden Siege in Folge „einfach“ aus.

Aus der talentierten, aber unerfahrenen Mannschaft der Hinrunde wurde eine „charakterstarke“, „cleverere und ruhigere“, später gar „unglaubliche“ Elf. Zusammengestellt aus „23 wichtigen Spielern“, wie Luginger stets betonte. 38 Punkte erspielte sie sich in der Rückrunde. 39 hätten ihr zum Klassenverbleib gereicht, nebenbei holte sie sich noch den Saarlandpokal ab. Sie schraubte sich selbst aus dem Tal des Pessimismus und schenkte den Fans den Glauben an den Optimismus wieder. Luginger hatte die Spieler in langen Einzelgesprächen und harter Trainingsarbeit zum Ziel geführt. „Ich hatte noch nie so eine gute Mannschaft“, sagt er heute, und auch den Fans fällt es inzwischen schwer zu sagen, was höher einzuschätzen ist: der Aufstieg als Aufsteiger aus der Regionalliga vergangene Saison oder der diesjährige Platz sechs als Aufsteiger in Liga drei. Leicht zu schreiben, ist: Luginger ist der Trainer-Aufsteiger der 3. Liga. „Wir bekommen Lob aus ganz Deutschland. Die Leute sagen ,super’, eine sensationelle Saison habt ihr da gespielt. Das freut uns sehr“, sagt Luginger, der „kein Angebot von einem anderen Verein hat“.

Sonnenschein-Serie für den 1. FC Saarbrücken

Die erste FCS-Erfolgssaison des Niederbayern war die dritte erfolgreiche Spielzeit in Folge für den Verein. Nur Aufstiege und Aufsteiger, keine Skandale – solch eine Sonnenschein-Serie hatte der 1. FC Saarbrücken noch nie, sagen einige. „Diese positive Stimmung muss der Verein nutzen“, sagt Luginger. Sponsoren ansprechen, ihnen sagen, „so billig wie jetzt kommst du bei uns nicht mehr zum Zuge, in den kommenden Jahren werden wir noch besser und teurer“, erklärt Luginger eine Verkaufsstrategie. Welche Strategie er mit seiner Mannschaft für kommende Runde hat? „Einen Schritt nach vorne gehen, das müssen wir immer“, sagt er. „Den Klassenverbleib noch früher klar machen“, will er. Und die 2. Liga nie aus den Augen verlieren. Wenn das neue Stadion kommt, die Mannschaft funktioniert und die Fans mit ihr Optimismus leben, könnte es in den kommenden drei Jahren klappen. Mit Luginger? „Ich würde diesen Weg gerne mitgehen und mitgestalten“, sagt er und klingt mehr als optimistisch.

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