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FCS: Vom Abstiegskampf ins vordere Mittelfeld

Der Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken hat den Saarlandpokal gewonnen. Der FCS setzte sich gestern Abend in Dillingen im Finale vor 5400 Zuschauern gegen den Saarlandligisten SV Mettlach mit 3:2 (2:0) durch.

Der Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken hat den Saarlandpokal gewonnen. Der FCS setzte sich gestern Abend in Dillingen im Finale vor 5400 Zuschauern gegen den Saarlandligisten SV Mettlach mit 3:2 (2:0) durch.

Saarbrücken. Zwei Spieltage stehen in der 3. Fußball-Liga noch aus, doch für den 1. FC Saarbrücken ist schon jetzt klar: Es war eine überaus und unerwartet erfolgreiche Saison. Der Aufsteiger aus dem Saarland wird in der Abschlusstabelle auf einem einstelligen Platz stehen und kann sich sogar mit dem noch möglichen Erreichen von Platz vier oder über das Saarlandpokalfinale für den DFBPokal qualifizieren.

„Vor vier Wochen standen wir mitten im Abstiegskampf“, erinnert FCS-Sportdirektor Dieter Ferner: „Mit dieser Saison kann man einfach nur zufrieden sein. Hut ab.“ Ferner musste vor der Saison den Trainerstuhl wegen fehlender Fußballlehrer-Lizenz räumen, Jürgen Luginger kam. Das Auftaktprogramm mit Gegnern wie Kickers Offenbach (0:2) und Eintracht Braunschweig (0:3) war schwer. Doch bereits am dritten Spieltag stellte die Mannschaft einen Liga-Rekord auf: Der 7:0-Erfolg bei Carl-Zeiss Jena ging in die Fußball- Geschichtsbücher ein.



Ungeschlagen in  sieben Spielen

Sieben Spiele in Folge war der FCS später ungeschlagen, doch durch die zahlreichen Unentschieden kippte die Serie unvermittelt auf zehn Partien ohne Sieg. „Luhginger raus“, schmierten enttäuschte (und rechtschreibschwache) Anhänger an eine Wand im Trainingsgelände, im Stadion gab es Pfiffe. Die Luft für den bis dahin eher ruhigen Luginger wurde scheinbar dünner. „Wir hatten drei schwierige Situationen: jeweils zum Rundenstart und dann nach der Niederlage in Bremen“, sagt Dieter Ferner und betont: „Der Trainer stand aber nie in Frage. Die Entscheidungsträger sind nicht beim ersten Gegenwind umgefallen.“

Eine Kontinuität, die sich auszahlte. Doch es gab eine entscheidende Veränderung: Aus dem „netten Herrn Luginger“ wurde „Kampfschwein Jürgen“ – laut, emotional, kämpferisch. „Es darauf zu reduzieren, wäre zu einfach. Als Trainer muss man darauf eingehen, was die Mannschaft braucht“, sagt der gebürtige Bayer heute: „Die Jungs haben immer hart weitergearbeitet und sich in der Rückrunde dafür belohnt.“ Denn was nach der Winterpause geschah, darf man gut und gerne als Saarbrücker Fußballmärchen bezeichnen.

Zimmermanns Leistung explodierte

Die Mannschaft kämpfte, kombinierte und spielte schon in der Vorrunde oft tadellos, in der Rückrunde kam eine nicht dagewesene Abgeklärtheit und Ruhe hinzu. Nico Zimmermanns Leistung explodierte, nicht umsonst steht der Spielmacher auf den Wunschzetteln vieler höherklassiger Vereine. Manuel Stiefler und Lukas Kohler entwickelten sich von Ergänzungsspielern zu Leistungsträgern. Torwart Enver Marina kämpfte sich aus seinem Leistungstief, wurde zum wichtigen Rückhalt. Stephan Sieger steigerte sich immer mehr zur Führungspersönlichkeit. Giuseppe Pisano zeigte auf einmal seine Torjägerqualitäten.

Zwei Spiele stehen aus

Alle gemeinsam steckten selbst die zeitweiligen Ausfälle von wichtigen Spielern wie Marcus Mann oder Manuel Zeitz weg. Zuletzt sieben Siege in Folge – der zweite Liga-Rekord des FCS – sind das Ergebnis dieses Selbstvertrauens und Teamgeists. Die Spiele gegen den SV Babelsberg (am Samstag, 13.30 Uhr, Ludwigsparkstadion) und eine Woche später, am 14. Mai, bei Wacker Burghausen stehen noch aus.

Doch die Saison hatte auch unschöne Seiten. In Koblenz machte eine Hand voll Fußballverbrecher einmal mehr das Bild der meist friedlich und fröhlich feiernden FCS-Fans kaputt. Vielleicht auch darum blieb der Zuschauerschnitt bei den Heimspielen mit knapp 5000 deutlich hinter den von Dieter Ferner erwarteten 6500 zurück. Dies auch am maroden Stadion festzumachen, wäre zu einfach. Zu viel Porzellan wurde von früheren Mannschaften und Verantwortlichen zerbrochen, zu gut läuft das Marketing anderer, höherklassiger Fußballclubs der Region.

„Leuchtturm des Saarfußballs“

Trotzdem: Die Saison 2010/ 2011 war ein Erfolg für den „Leuchtturm des Saarfußballs“. Sportdirektor Ferner und Trainer Luginger basteln bereits an einer Mannschaft für die nächste Spielzeit, das Präsidium um Paul Borgard am neuen Stadion und einer besseren finanziellen Ausstattung. Sie alle haben jetzt zwei Monate Zeit, die Saison 2011/2012 beginnt am 22. Juli.

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