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Facebook-Party: Polizei nimmt 69 junge Leute zeitweise fest

Heusweiler. Ein Großaufgebot der saarländischen Polizei, unterstützt durch Einsatzkräfte aus Rheinland-Pfalz, war am Samstagabend notwendig, um eine Facebook-Party in dem kleinen Ort Numborn (480 Einwohner) bei Heusweiler unter Kontrolle zu halten und später aufzulösen. Ein 17-Jähriger aus Numborn hatte über die Internetplattform Facebook zu einem Fest „Numborn Macht Party“ eingeladen und tausende Zusagen erhalten (Die SZ berichtete). Auch die zwischenzeitige Zurücknahme dieser Einladung konnte die Lawine nicht mehr stoppen. Wie es hieß, waren der Junge samt seiner Familie am Samstag nicht mehr im Ort. Das Wohnhaus der Familie war von Polizeibeamten abgeriegelt. Nach ersten Schätzungen strömten aus allen Teilen des Saarlandes und aus Rheinland-Pfalz mehr als 2000 meist jugendliche „Partyfans“ zur ersten Party dieser Art im Saarland.

Trotz des umsichtigen Handelns und konsequenten Eingreifens der Sicherheitskräfte kam es zu Ausschreitungen. Die erschreckende Bilanz: Insgesamt kam es zu zwei Körperverletzungsdelikten, 13 Verstößen wegen Landfriedensbruch, zwei Verstöße nach dem Betäubungsmittelgesetz, zwei Trunkenheitsfahrten sowie 36 Ordnungswidrigkeiten. 69 Personen wurden festgenommen. Auch mehrere Verletzte wurden registriert, Notarzt und Rettungsdienste waren bis nach Mitternacht im Einsatz.



Mit steigendem Alkoholpegel der jungen Leute bekamen die Polizeibeamten, teilweise in schwarzer Schutzmontur, immer mehr zu tun.  Es war ein langer und harter Einsatztag für die Beamten, die zum Teil schon eine Schicht beim Drittligaspiel des 1. FC Saarbrücken gegen Chemnitz in den Knochen hatten. Nach dem Fußballspiel waren auch noch Fußballfans aus Saarbrücken, darunter Leute aus der Hooligan-Szene, zu den „Feiernden“ in Numborn gestoßen. Auf die Randalierer werden nach Polizeiangaben Schadensersatzansprüche in „fünfstelliger Höhe“ zukommen, die Rede ist von 50 000 Euro Gesamtschaden. Allerdings sind die Kosten, etwa für die Müllbeseitigung, noch nicht abschätzbar, so ein Polizeisprecher.

„Auch wenn sich die überwiegende Anzahl der Anwesenden friedlich verhielt und feierte, gab es gezielte Störungen. Anwohner und Polizisten wurden angegriffen, Sachen beschädigt und Verwüstungen hinterlassen“, teilte Polizeisprecher Horst-Peter Schäfer mit. Um die öffentliche Sicherheit und Ordnung wieder herstellen zu können, musste die Ansammlung aufgelöst werden, so Schäfer weiter.

Offenen Widerstand gegen die polizeilichen Maßnahmen gab es an den Absperrpunkten. Neben den Sachbeschädigungen an Häusern wurden Feuerwerkskörper gezündet und Flaschen geworfen. Einzelne Gewalttäter vermummten sich. Nach übereinstimmender Meinung von Beobachtern habe die Polizei angemessen und umsichtig gehandelt.  „Die konnten gar nicht anders reagieren“, meinte ein Anlieger.



Erst im vergangenen Monat hatte bei Hamburg der „Fall Tessa“ für Aufsehen gesorgt, nachdem eine Jugendliche über Facebook versehentlich eine öffentliche Einladung zu ihrem 16. Geburtstag abgeschickt hatte und Hunderte Jugendliche für Zerstörungen und Radau in dem kleinen Städtchen Bramfeld gesorgt hatten. Mitte Juni war unter anderem eine Facebook-Party mit 800 Teilnehmern in Wuppertal völlig aus dem Ruder gelaufen. Anfang Mai hatten bei einer „Party“ in Frankfurt ebenfalls etwa 800 Facebooker für Behinderungen gesorgt.

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