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Fackelumzug von Saarbrücker Studenten für Lieblings-Prof

Einfahrt zum Saarbrücker Uni-Campus

Einfahrt zum Saarbrücker Uni-Campus

Etwa 80 Studenten marschierten am Dienstagabend mit Fackeln zum Haus ihres Junior-Professors Sebastian Hack, um ihm ihre Wertschätzung zu zeigen. Sie wollten ihn überzeugen, an der Saar-Uni zu bleiben, obwohl eine andere Uni versucht, ihn abzuwerben. Gestern stand fest: Er bleibt.

Von SZ-Mitarbeiter Andreas Lang

Saarbrücken. Mit einem Fackelzug wollten Studenten der Universität des Saarlandes am Dienstagabend ihrem Informatik-Juniorprofessor Sebastian Hack besondere Wertschätzung demonstrieren – und so verhindern, dass Hack die Uni wechselt.

Bei den Studenten ist es üblich, zu einem solchen Anlass einen Fackelzug zu veranstalten – vor allem wenn das Verhältnis zwischen ihnen und ihrem Prof (akademische Kurzform von Professor) stimmt – wie im Fall Hack, der zurzeit zwischen zwei Jobs wählen kann. „Er hat ein Angebot von der Universität Siegen bekommen, und von unserer Uni hat er inzwischen ein Gegenangebot“, informierte Clemens Hammacher, der Sprecher der Studenten vor dem Start des Zuges am Sammelpunkt St. Johanner Markt. Hammacher ist voll des Lobes für den Umworbenen: „Er hat seit 2008 nur Vorbildliches geleistet.“ So habe Hack das Seminar „Einführung in die Programmierung 2“ von Grund auf neu aufgerollt. „Vorher wirkte es so, als sei das Lehrgangsprogramm von einem Professor an den nächsten weiter gereicht worden, jetzt ist alles drin, was man wirklich braucht“, berichtete Hammacher.

Bisher seien solche Fackelzüge der Saar-Studenten stets erfolgreich gewesen. Also hofften Hammacher und Co auch dieses Mal auf ein Happy-End. „Mit ein bisschen Glück gibt es ja noch heute Abend eine Entscheidung“, hoffte der Studentensprecher vor dem Abmarsch. Über die Alte Brücke und an der Schlossmauer vorbei ging es noch ohne Fackelschein. Die Fackeln wurden erst an der Spichererbergstraße ausgegeben – direkt im Dreieck Landtag, Schloss, Staatstheater. Über die Talstraße ging es dann Richtung Winterberg, wo der umworbene Juniorprofessor wohnt. Bereits auf dem Weg war Hammacher sehr zufrieden mit der Aktion: „Schön, dass es jetzt schon dunkel ist, und die Fackeln gut zur Geltung kommen“, kommentierte er: „Und klasse, dass so viele gekommen sind.“

Rund 80 Studenten marschierten mit. Angesichts des spektakulären Besuchs zeigte sich auch Professor Hack zunächst beeindruckt, bewahrte dann aber sein cooles Pokergesicht. Seine Gegenrede zum Vortrag der Studenten fiel äußerst knapp aus und auch später in seinen vier Wänden ließ er sich beim Imbiss mit Bier nicht in die Karten schauen. Die Studenten mussten also im Ungewissen den Heimweg antreten. Doch schon am Mittwoch hatten Hammacher und seine Kommilitonen Grund zum Jubeln: „Die Entscheidung fiel dann doch relativ schnell. Sebastian bleibt hier.“

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