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Fällt Weiskircher Freibad Rotstift zum Opfer?

Mag die Sonne noch so brennen, das ungechlorte Wasser in dem schön gelegenen Freibad am Rande von Weiskirchen bleibt immer erfrischend kühl – stets unter 21 Grad. Dem idyllischen Fleckchen Erde kann nach Ansicht der Sozialdemokraten und der FDP Wadern-Weiskirchen die Schließung drohen. „Es handelt sich um einen Plan für 2017“, sagen Karsten Kiefer, Chef des SPD-Gemeindeverbandes, und Christof Adam, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Gemeinderat.
 

FDP : Bad ist kostengünstig

Beide sprechen von einer schweren Entscheidung, da sie arge Einschnitte für die Bürger bedeuteten. Pläne können aber nach ihren Worten immer noch geändert werden, jedoch müsste dann Außergewöhnliches passieren. Dafür muss ihrer Ansicht nach die Zahl der Besucher ansteigen, ebenso der Eintrittspreis erhöht werden, damit das Bad kostendeckend wirtschaftet. Auch müsste die Gemeinde bis zu diesem Jahr schuldenfrei sein, was nach ihrem Dafürhalten illusorisch ist.

Für die FDP Wadern-Weiskirchen ist das geplante Aus nicht anderes als die dunklen Vorzeichen des Junkernheinrich-Gutachtens, die den Ort im Hochwald erreichen. „Nach der Expertise muss das Bäderangebot im Saarland auf ein bedarfsgerechtes und finanzierbares Maß zurückgeführt werden“, zitiert Gerrit Oestreich aus dem Papier. „Dies bedeutet für die hoch verschuldete Gemeinde Weiskirchen aus Sicht von SPD- und CDU-Fraktion im Gemeinderat, auch das Waldfreibad zukünftig zu schließen“, folgert der Parteilose, der für die FDP im Weiskircher Gemeinderat ist. Dabei hat laut Oestreich das Waldfreibad die geringsten Betriebskosten im ganzen Saarland mit einem jährlichen Defizit von etwa 60 000 Euro.

Andere Freibäder produzieren nach seiner Ansicht mehr als drei- bis viermal so hohe Verluste. Er fordert, Lösungen für den Erhalt des kostengünstiges Bades zu suchen – unter Beteiligung der Bürger . Derweil steht für Mario Haßler, Chef der FDP Wadern-Weiskirchen, fest: „Hier beginnt man am falschen Ende zu kürzen – an demjenigen, das zunächst die Bürger trifft.“ Das Defizit der Gemeinde mit rund 6000 Einwohnern belaufe sich auf etwa 2,5 Millionen Euro. „Die Gesamtschulden werden bald die 30-Millionen-Marke überschreiten“, sagt Haßler.

„Eine solch kleine Kommune wie Weiskirchen benötigt aus seiner Sicht keine eigenständige Verwaltung. Eine Integration in die Stadt Wadern nennt er den logischen ersten Schritt. „Dabei würde unter anderem eine Bürgermeisterstelle wegfallen, die alleine schon kostspieliger ist als das Weiskircher Waldfreibad.“

Derweil schlagen die beiden Sozialdemokraten Kiefer und Adams vor, einen Förderverein für das Freibad ins Leben zu rufen. Dadurch könnten Kosten gespart und das Bad vor dem Aus bewahrt werden. Um mehr Leute anzulocken, sollte Nachtschwimmen angeboten werden, Bands während des Badebetriebes spielen. Auch der Service sollte aufgepeppt werden – etwa durch einen Verleih von Sonnenschirmen. Mit diesen Vorschlägen und weiteren Ideen von Bürgern sehen sie eine Chance, ein mögliches Aus zu verhindern.
 

Idee bei Haushaltsberatung

Für Bürgermeister Werner Hero ( CDU ) ist die Angst um die Schließung des Freibades im Moment unbegründet. „Wir haben bei der Verabschiedung des Haushaltsplanes und des Sanierungsplanes darüber gesprochen, welche Einsparungen noch vorgenommen werden könnten“, sagte er gestern der Saarbrücker Zeitung auf Anfrage. Dabei ist nach seinen Worten auch die Schließung des Freibades erwähnt worden, „aber konkret ist noch lange nichts“. Als hochverschuldete Kommune muss laut Hero alles auf den Prüfstand. Das Bad koste die Gemeinde jährlich 40 000 bis 45 000 Euro – für eine hochverschuldete Kommune wie Weiskirchen kein Pappenstiel. „Was bis 2017 alles passiert, weiß niemand“, sagt er.
 
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