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Fahrradbeauftragte Rainer Bier will mehr Radwege in der Stadt

Nachrichten aus der Region Saarbrücken.

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Saarbrücken. Er hat seine Liebe zum Radfahren während des Studiums in Hannover entdeckt und verzichtet mittlerweile ganz aufs Auto: Der Radverkehrsbeauftragte Rainer Bier (53) ist seit August 2011 im Amt. Dezernent Kajo Breuer (Grüne) stellte ihn gestern der Presse vor.

Die neue Stelle war ein Herzensanliegen der Grünen- Stadtratsfraktion in den Koalitionsverhandlungen mit SPD und Linke gewesen. Breuer betonte erneut, wie wenig Saarbrücker Rad fahren. Der Anteil der Radfahrer am Verkehr liege nur bei vier Prozent, im Bundesdurchschnitt seien es zwölf Prozent. Seit den 90er Jahren gebe es Fahrradbeauftragte.

Der Stadtrat hat beschlossen, den Radleranteil auf zehn Prozent zu steigern. Ist das zu schaffen? Bier redet Klartext: „Das geht nur, wenn wir massiv in den Straßenraum eingreifen und richtig Geld in die Hand nehmen. Die 500 000 Euro im Haushalt sind zu wenig.“ Der gebürtige St. Wendeler war in Verkehrsplanungsbüros in Hannover und Berlin tätig und leitete im Stadtplanungsamt Coburg zwei Jahre lang die Verkehrs- und Straßenplanung. In Saarbrücken muss er sich eng mit dem Stadtplanungsamt im Baudezernat abstimmen. Breuer findet es in Ordnung, dass der Beauftragte in seinem Dezernat sitzt. Da es aber bei jedem Projekt Abstimmungsprobleme gebe, sei es wichtig, die Zusammenarbeit mit dem Baudezernat zu verbessern. Bier soll künftig bei allen Verkehrsplanungen im Baudezernat mitreden.

Er will ein Radwegenetz in Saarbrücken schaffen. Bisher enden viele Radwege in der Stadt plötzlich. „Das Netz ist noch lange nicht vollständig. Wir haben aber eine brauchbare Ausgangsbasis“, sagt Bier. Die Mitarbeiter im Stadtplanungsamt seien engagiert. Trotzdem müsse das Netz dringend ausgebaut werden. Unter anderem will er die Stadtteile für die Radler besser mit der Innenstadt verbinden.

Damit mehr Autofahrer auf den Drahtesel umsteigen, setzt sich Bier weiter für einen Fahrradverleih ein. Von August bis November 2011 habe er versucht, ein bundesweite Modellprojekt doch noch in der Stadt umzusetzen. Doch die Verwaltung hatte sich schließlich entschieden, auf die Zuschüsse des Bundes zu verzichten (wir berichteten). Sie fürchtete unter anderem die hohen Folgekosten.

Bier präsentierte seine Idee, ein abgespecktes Leihsystem für Elektrofahrräder umzusetzen und hofft auf Zuschüsse des Landes. Die Elektrofahrräder könnten ein Anreiz für Bürger sein, das Auto stehen zu lassen. Mit diesen Rädern kämen die Nutzer auch locker die Hügel in der Stadt hoch. Der Fahrradfan kündigte eine Imagekampagne für das Radfahren an. Es soll auch Aktionen gegen das Zuparken von Radwegen geben. In diesem Jahr will die Verwaltung unter anderem den Radweg in der Metzer Straße bis zum Kreisel, der zur A 6 führt, ausbauen. Auch ein Schutzstreifen in der Talstraße ist geplant.

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