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Fall Pascal: Hat die Kripo Staatsanwalt überrumpelt?



Saarbrücken.
Der Fall um den seit September 2001 ungeklärten Tod von Pascal (5, Foto) zieht Kreise. Jetzt steht die Kriminalpolizei (Kripo) erneut im Visier. Sie ließ Telefonate ausspähen – aber wozu? Waren es ermittlungstaktische Gründe oder politisch motivierte? Das Landgericht zweifelt am plausiblen Verhalten der Kripo. So stellt sich zurzeit nach Aktenlage der Fall dar. Er beruht unter anderem auf einem Protokoll des Innenausschusses im Saar-Landtag:

- 15. März 2003: Ein V-Mann, der aus dem Umfeld der mutmaßlichen Pascal-Mörder Kontakt zu Fahndern hielt, erklärt, er habe Kontakt zum Magazin Der Spiegel.
- 17. März 2003: Die Kripo beantragt bei der Staatsanwaltschaft und dem Amtsgericht eine Telefon-Kontrolle. Mit den Daten soll nachgewiesen werden, ob der V-Mann Kontakte zum Spiegel hatte. Begründung: Gab der V-Mann Kenntnisse über den möglichen Mord an Pascal an Journalisten und nicht den Ermittlern weiter? In der Folgezeit wurden Gespräche des V-Manns mit dem Landtagsvorzimmer des SPD-Fraktionschefs Heiko Maas (42) aufgezeichnet. - Mitte 2008: Die SPD kündigt im Landtag an, Rechtsmittel gegen dieses Vorgehen einzulegen.
- 14. August 2008: Aus dem bereits besagten Sitzungsprotokoll des Innenausschusses im Saar-Landtag geht erst jetzt hervor, dass der V-Mann den Kripo-Beamten ohnehin zwei Tage vor deren beantragten Telefonkontrolle über seine Spiegel-Kontakte berichtet hatte.
- 4. September 2008: Das Saarbrücker Landgericht zweifelt deshalb an der Kripo-Darstellung, zur Aufklärung des Pascal-Mordes die Daten gespeichert zu haben. Es gehe wohl eher darum herauszufinden, ob der V-Mann Mittler zwischen SPD-Fraktion und Spiegel war.

Hintergrund: Ein Landtagsausschuss-Protokoll zum Thema Kindesmisshandlung war dem Nachrichtenmagazin zugespielt worden. Das Papier war weder vertraulich noch geheim eingestuft. Dennoch wurden die SPD-Telefondaten für diese Ermittlungen genutzt, der Staatsanwaltschaft aber nicht darüber informiert. Laut Gericht ging es damit nicht darum, Druck auf den V-Mann auszuüben, sondern die SPD auszuspähen. szn/hgn

Das ist bisher passiert:


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