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Fall Tanja : Wie die Eltern der Vermissten ihr Schicksal meistern



Trier
. „Wenn Eltern ein Kind begraben müssen, ist das schon das Schlimmste, was es gibt“, sagt der Psychologe Karl-Günther Theobald. Noch schlimmer aber sei es, „wenn man gar nicht weiß, wo das Kind geblieben ist“. Theobald weiß, wovon er spricht. Als Mitarbeiter des Weißen Rings kümmert sich der Mainzer Psychologe seit Jahren um Kriminalitätsopfer und ihre Familien.

Jeder Gedanke gilt Tanja

An der Wand im Esszimmer der Gräffs hängt ein großes Foto der hübschen, rothaarigen jungen Studentin . Es ist eines der Bilder, das die Polizei nach Tanjas Verschwinden veröffentlicht hat. Hinweise gingen zwar Hunderte ein. Doch eine heiße Spur, die die Sonderkommission entscheidend weitergebracht hätte, war nicht darunter. Die Trierer Fahnder sind sich sicher, dass die junge Frau einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist. Auch Tanjas Mutter glaubt nicht mehr an ein Wunder. „Am Anfang habe ich noch gehofft“, sagt die 51-Jährige, „aber nach neun Monaten …, da bin ich realistisch. Der Verstand sagt mir, dass Tanja tot ist, auch wenn mein Herz das nicht will.“ „Wir haben keine Erwartungen oder Ziele mehr, man überlebt nur noch“, sagt Tanjas Vater. Der große Wunsch der Eltern ist, dass Tanja endlich gefunden wird (wir berichteten). In einem dramatischen Appell wenden sich die Gräffs daher an den vermeintlichen Mörder ihrer Tochter: „Geben Sie uns einen Hinweis, wo wir Tanja finden!“ Gleichzeitig bitten die Eltern mögliche Zeugen, sich zu melden. Auch Kriminalhauptkommissar Christian Soulier, seit Januar Chef der 15-köpfigen Ermittlungskommission, appelliert an mögliche Zeugen, denen etwas aufgefallen sein könnte: „Lieber einmal zu viel anrufen, niemand macht sich lächerlich.“

Beispiellose Suchaktion

In Tanjas großem Freundes- und Kommilitonenkreis wurde nach dem Verschwinden der 21-Jährigen eine beispiellose Such-Aktion gestartet. Die jungen Leute kümmerten sich auch um Tanjas Eltern . Auch an diesem Tag, an dem sich Tanjas Eltern auf eigenen Wunsch erstmals öffentlich äußern, sitzen mit Christian Jäger und Christoph Krier zwei der Haupt-Initiatoren mit am Tisch. „Für jede Hilfeleistung sind wir froh und dankbar“, sagt Waltraud Gräff. Besonders stolz aber sei sie darauf, „dass Tanja solche Freunde hat“. Auch die Familie Gräff hat professionelle Hilfe aufgesucht, seit die einzige Tochter Tanja vor neuneinhalb Monaten spurlos verschwunden ist. „Viel geholfen“, sagt die Mutter, „hat es nicht.“ Wenn die 51-Jährige und ihr zwölf Jahre älterer Ehemann alleine zu Hause sind, kreisen die Gedanken zwangsläufig um ihr Kind. „Ohne Tanja “, sagt ihr Vater, „ist das Haus für uns tot.“ 
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