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Falschparken kann tödlich sein

Saarbrücken. Zweite Runde um den Block, immer noch kein Parkplatz. Aber da ist eine Stelle, die so wirkt, als könnte man da doch parken. Ist zwar nicht erlaubt, aber das geht schon. Im Ernstfall kommt der Rettungswagen da sicher durch. So denkt mancher, der mehr oder weniger entnervt oder einfach aus Bequemlichkeit sein Auto kostenlos irgendwo abstellen will. Es wird schon nichts passieren – eine Annahme, die tödlich enden kann.

„Falschparker blockieren in Saarbrücken häufig Feuerwehrzufahrten und Rettungswege der Feuerwehr. Dabei setzen sie fahrlässig Leben aufs Spiel. Denn oftmals gibt es für die großen Feuerwehrfahrzeuge im Einsatz kein Durchkommen mehr", sagt der Chef der Berufsfeuerwehr, Roland Demke. Vor allem die Straßen um den St. Johanner Markt, im Nauwieser Viertel und einige Straßenzüge in Malstatt und Burbach seien besonders betroffen.

Durchschnittlich siebenmal pro Tag rückt die Berufsfeuerwehr Saarbrücken aus. „Bei vielen dieser Einsätze wird die Arbeit durch falsch parkende Autos beträchtlich erschwert", sagt Demke. Die Feuerwehr kann zwar versuchen Autos zur Seite zu tragen oder auch mit den großen Autos zur Seite zu schieben. Aber das kostet Zeit – und die ist kostbar. „Wenige Minuten können beim Ausbruch eines Brandes über Leben und Tod entscheiden. Kann man einen kleinen Zimmerbrand nach einer Minute noch mit einer Tasse Wasser löschen, braucht man nach zwei Minuten schon einen ganzen Eimer. Drei Minuten nach Ausbruch der Flammen kann nur noch die Feuerwehr helfen, und ab jetzt ist wirklich jede Sekunde kostbar", erklärt Demke.

Bei einem Wohnungsbrand werde der erste kritische Punkt 13 Minuten nach Brandausbruch erreicht. Für die in Feuer und Rauch eingeschlossenen Menschen können ab hier die ersten gesundheitlichen Schäden auftreten. Ab der 17. Minute wird sogar eine Wiederbelebung der eingeschlossenen Personen geradezu aussichtslos. Demke: „Bedenkt man nun, dass alleine für die Wahrnehmung eines Brandes, die Abgabe des Notrufes bis hin zum Ausrücken der Einsatzkräfte fünf Minuten vergehen können, verbleiben der Feuerwehr also nur ganze acht Minuten, innerhalb denen die Einsatzörtlichkeit erreicht und die Rettungsmaßnahmen eingeleitet sein müssen. Ein ständiger Wettlauf mit der Zeit, bei dem die rücksichtslosen Autofahrer den Kampf um Menschenleben erschweren."

Mit „Feuerwehrzufahrt" und „Rettungsweg für die Feuerwehr" gekennzeichnete Zufahrten dürfen daher nie blockiert werden. Aber auch zwischen geparkten Autos in verkehrsberuhigten Bereichen der Innenstädte und Wohngebiete muss eine ausreichende Fahrbahnbreite von mindestens drei Metern bleiben.

„Wenn unsere Verkehrskontrolle Verstöße gegen ein Halte- und Parkverbot vor und in amtlich gekennzeichneten Feuerwehrzufahrten feststellt, reagiert sie umgehend und informiert sofort die Polizei. Falsch geparkte Fahrzeuge müssen dann abgeschleppt werden", sagt Thomas Blug von der Stadtpressestelle.

Die Feuerwehr appelliert an die Vernunft. „Blockieren Sie keine wichtigen Zufahrtswege und Stellflächen, auch wenn Sie dadurch ein paar Meter weiter laufen müssen", bittet Demke die Autofahrer.

Der Feuerwehr-Chef rät: „Denken Sie beim Parken auch in engen Wohnstraßen daran, dass in der nächsten Minute schon nebenan lebensrettende Hilfe durch die Feuerwehr vonnöten sein kann. Halten Sie die Hydranten auf den Straßen und Bürgersteigen frei, sie sind für die Feuerwehr oftmals die einzigen Entnahmestellen für Löschwasser. Nutzen Sie Parkhäuser. Steigen Sie wieder mal um auf Bus, Bahn oder Taxi. Das erspart Ihnen auch die lästige Parkplatzsuche. Beim abendlichen Kneipenbummel ist das ohnehin die bessere Lösung."

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