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Familie um 20 000 Euro erleichtert

Nachrichten aus dem Raum Pirmasens

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„Das stimmt so!“ Die am Pirmasenser Amtsgericht wegen Betrugs angeklagte 45- jährige Frau aus dem Landkreis Südwestpfalz machte schon gleich nach Verlesung der Anklageschrift keine Anstalten, sich herauszureden. Sie erklärte vielmehr, wie sie es geschafft hat, eine Familie um 20 000 Euro zu erleichtern – und warum sie das getan hat. Sie nahm das Urteil, eine zur Bewährung ausgesetzte Freiheitsstrafe von 20 Monaten, an.

Auch der Staatsanwalt erklärte Rechtsmittelverzicht. Somit ist das Urteil bereits rechtskräftig. Der Anklagevertreter plädierte trotz des „immensen Schadens“ auf Bewährung – auch wegen der Einsicht in das Fehlverhalten, der positiven Sozialprognose, der familiären und beruflichen Festigkeit der Angeklagten, die alle Karten auf den Tisch gelegt habe. „Ich bin froh, wenn das alles vorbei ist“, erklärte die Angeklagte, die mit dem ergaunerten Geld vor allem eigene Schulden beglichen hat. Zeugen wurden durch das Geständnis nicht gehört.

Die geschädigten Familienmitglieder machten ihrer Wut dennoch Luft, als sie vernahmen, dass der Staatsanwalt auf Bewährung plädierte. Während sich Richterin Kathrin Schmitt zur Urteilsberatung zurückgezogen hatte, beschimpften sie minutenlang die nicht auf die Pöbeleien reagierende Angeklagte, die sie bei ihrer lautstarken Unterhaltung unter anderem als „Drecksluder“ bezeichneten. Ob diese Beleidigung ein Nachspiel für die Betrogenen hat, wird sich zeigen. Der Staatsanwalt, der ebenso anwesend war wie die Gerichtssekretärin und der Verteidiger, unterband ab dieser Aussage jedenfalls die verbalen Entgleisungen der Familie, bis Schmitt zur Urteilsverkündung wieder kam.

Dass die Angeklagte schuldig ist, sei durch ihr Geständnis geklärt, wie auch der Tathergang, erklärte die Richterin: Im Mai 2009 setzte sie ihren zuvor ausgeheckten Plan in die Tat um. Sie hat die Familie gekannt und gewusst, dass der Sohn wie sie selbst Schulden hat. Sie kontaktierte seine Mutter und behauptete, dass sie für ihn bei einer Bank gebürgt habe, damit er seine Schulden begleichen kann, aber nun fordere eben dieses Schweizer Geldinstitut die Summe von 20 000 Euro von ihr. Die Polizei sei bereits informiert worden, die ihn festzunehmen habe, sollte das Geld nicht umgehend aufgetrieben werden können.

Die Mutter bekam es mit der Angst zu tun, hob einige Tage später die 20 000 Euro bei ihrer Bank ab und übergab dies der Angeklagten in bar. Diese nutzte das Geld umgehend, um ihre eigenen Schulden zu begleichen. Die Geschichte, die sie der Frau erzählt hat, war frei erfunden. dir

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