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Familie untröstlich: Trauerkranz vom Friedhof gestohlen

Das ist der gestohlene Trauerkranz.

Das ist der gestohlene Trauerkranz.

Manche Begebenheiten möchte man einfach nicht glauben. Man möchte nicht glauben, dass es Menschen gibt, die andere tief verletzen – aus Dummheit, aus Gedankenlosigkeit, man weiß es nicht. Tatsache jedoch ist, dass eine Familie in der Gemeinde Quierschied einen offenen Brief geschrieben hat und damit einen Unbekannten anspricht. Einen Dieb, der nicht davor zurückschreckte, vor der Urnenwand auf dem Quierschieder Friedhof einen Kranz zu entwenden. Und das auch noch in der Vorweihnachtszeit. „Ein letzter Gruß – Deine Familie“ steht auf der zum Trauerkranz gehörigen weißen Schleife.

Doch von vorne: Auf dem Friedhof der Gemeinde bestattet wurde vor wenigen Tagen ein 60-jähriger Mann. Mit der Schwester des Verstorbenen haben wir am Montag geredet und mehr erfahren über den Schmerz, den die Familie des Mannes ereilte. „Dieser letzte Gruß war das Einzige, was wir ihm auf seinem letzten Weg mitgeben konnten“ sagt sie – „dem Sohn, dem Bruder, dem Schwager, dem Onkel und dem Paten, dem Cousin und dem Freund aus Kindertagen.“

Sein Leben sei kurz und einsam gewesen, sein Sterben lang und einsam. Er habe es so gewollt, doch für die Familie sei das bitter gewesen. „So blieb uns nur diese eine Chance – in Würde Abschied zu nehmen“, ist in dem offenen Brief zu lesen. Mit den Angehörigen und Nachbarn habe man Abschied genommen von dem Verstorbenen, im Rahmen einer kleinen Gedenkfeier. Mit bewegenden Worten des Pastors, mit besinnlichen Klavierklängen „und mit einem wunderschönen Trauerkranz, der mit unserem letzten Gruß an seiner Ruhestätte noch einmal für ihn aufblühen sollte.“

Doch zwei Tage später war das Relikt der Trauer verschwunden. Gestohlen auf dem Friedhof, einfach so. Was, so die Schwester des Verstorbenen, vor allem die Mutter im Alter von 83 Jahren nicht verwinden kann. Sie sei untröstlich.

Was geht in einem Menschen vor, der so etwas tut?, fragen sich die trauernden Hinterbliebenen, und: Ist er sich bewusst, was er hier angerichtet hat?

Der Brief der Familie an den Dieb endet so: „Wo immer Du auch bist, was immer Du auch mit diesem unserem letzten Gruß getan hast: Möge Gott Dir verzeihen und Dir irgendwann hilfreich zur Seite stehen. Du brauchst wahrhaftig Gottes Hilfe am nötigsten. Denn Du bist eine arme Seele.“ Das ist der gestohlene Trauerkranz. Foto: privat
 
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