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Familienvater ertrunken: Viele wollen kroatischer Familie in Mettlach helfen

Ein Bild aus glücklichen Tagen: Dario Bartolovic, Ehefrau Christine und die Söhne Robert (l.) und Carlo. Das Foto durften wir mit Einverständnis der Familie des Verunglückten drucken.

Ein Bild aus glücklichen Tagen: Dario Bartolovic, Ehefrau Christine und die Söhne Robert (l.) und Carlo. Das Foto durften wir mit Einverständnis der Familie des Verunglückten drucken.

Den Anblick, wie sein Freund und Arbeitskollege Dario Bartolovic in den Fluten der Saar versank, wird Iviza Jokic wohl nie vergessen. „Plötzlich war er verschwunden“, schildert der Kroate das Drama um den 37-jährigen zweifachen Familienvater am Sonntag, 13. Juli (wir berichteten). „Dabei war Dario doch ein guter Schwimmer“, sinniert der Mann, der mit seinen Kollegen die Mettlacher Brücke saniert. „Wir hatten an der Saar gegrillt, als zwei Kollegen auf die Idee kamen, schwimmen zu gehen“ – eine Sache, der sich Dario anschloss.


Seine Warnung hat er laut Jokic in den Wind geschossen. „Er war immer gut drauf, für jeden Spaß zu haben“, sagt der Kroate, von seinen Freunden liebevoll Ivo genannt. Dass das Bad in der Saar aus einer Wette entstanden war, verweist er ebenso ins Reich der Märchen wie die Behauptung, es sei reichlich Alkohol geflossen. „Wir haben beim Grillen ein Bier getrunken.“ Sofort habe er Feuerwehr und Polizei alarmiert. „Die waren sofort da. Taucher haben ihn gesucht.“ Dario Bartolovic wurde erst am nächsten Tag um die Mittagszeit von Polizei-Tauchern an der gleichen Stelle gefunden, wo er untergegangen war. Als Ehefrau Christine die Nachricht vom Tod ihres Mannes erhielt, erlitt sie nach Worten von Jokic einen Nervenzusammenbruch, musste in ein Krankenhaus gebracht werden. „Sie ist noch nicht über dem Berg, muss noch Medikamente nehmen.“ Natürlich ließ er es sich nicht nehmen, seinen Freund und langjährigen Arbeitskollegen („wir haben auf vielen Baustellen gemeinsam geschafft“) auf dem letzten Gang zu begleiten. „Es waren über 1000 Menschen auf der Beerdigung, da er so sympathisch und beliebt war“ – eine Beschreibung, der Lisa Breuer-Freund, Hans Joachim Breuer, Jessica Steier, Christine Wagner, Gerhard Kiefer und Sandra Kiefer voll zustimmen. „Immer ein Lächeln auf den Lippen, immer freundlich und gut gelaunt“, charakterisieren sie den 37-Jährigen.

Um dessen Frau und den beiden Söhnen Robert (zwölf Jahre) und Carlo (acht Jahre) zu helfen, die ohne finanzielle Absicherung zurückblieben, haben die sechs Mettlacher eine Spendenaktion ins Leben gerufen. „Ehefrau Christine ist Hausfrau, muss sich um den Jüngsten kümmern, der schwerst krank ist“, sagen sie. „Er muss rund um die Uhr betreut werden.“ Gut 400 Euro muss die Familie nach ihren Worten pro Monat für die lebensnotwendigen Medikamente aufbringen. „Die Krankenkasse in Kroatien zahlt nur einen gewissen Betrag – eine schlimme Situation, wenn man ohne Absicherung dasteht.“ 650 Euro haben sie bei einer Spontanaktion gesammelt. Jetzt haben sie den Lions Club Saarschleife aus Orscholz mit ins Boot genommen. Angerührt von der Tragödie um den zweifachen Familienvater, haben dessen Mitglieder Markus Rausch und Frank Kiefer eine Soforthilfe von 500 Euro zugesagt, der Verein Herzensengel 2000 Euro. Zudem richten sie ein Spendenkonto ein. Auch die Mettlacher Feuerwehr sammelt nach Worten von Adrian Schmitz, Vorsitzender der Herzensengel, damit es in der Kasse für die Familie kräftig klingelt. Nicht nur wegen der großen Solidaritätswelle gerät Iviza Jokic über Mettlach ins Schwärmen: „Er ist der schönste Ort in Deutschland.“

Infos bei Adrian Schmitz vom Verein Herzensengel, Tel. (01 72) 1 86 34 93. Das Konto bei der Sparkasse Merzig-Wadern: Kontonummer: 21 87 27, Bankleitzahl: 593 510 40.
 
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