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Fans: Kaiserslautern gibt Anleihe aus

Kaiserslautern. Stefan Kuntz wusste, dass er Gefahr lief, ein Klischee zu bedienen: „Ich weiß, es ist ein bisschen überstrapaziert, aber es geht mir um die FCK-Familie.“ Es war ein Thema, das den Vorstandsvorsitzenden des 1. FC Kaiserslautern seit langem umtreibt, das Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) am Fröhnerhof. Nicht dass die eigene Talentschmiede keine Spieler hervorgebracht hätte. Alleine Torwarttrainer Gerry Ehrmann hat ganze Generationen von Torhütern groß und breit gezogen.

Aber während der FCK sich in den vergangenen Jahren mit den finanziellen Altlasten mühte, investierte die umliegende Konkurrenz in Hoffenheim, Frankfurt und Mainz kräftig in den Nachwuchs, und der einstmals stolze Fröhnerhof wirkte plötzlich eher abschreckend als ein Pfund, mit dem man wuchern konnte. Auch wenn die Grundvoraussetzungen wie hauptamtliche Trainer und Physiotherapeuten, Platzanzahl und durchgehende Jugendmannschaften erfüllt sind.
„Wir können null Qualität bieten“, sagte Kuntz. In der Bewertung des Deutschen Fußball-Bundes war der Zweitligist sogar bei null Sternen angelangt. Fatal in Zeiten, in denen der Wettbewerb um den Nachwuchs härter denn je ist. Und so präsentierte der FCK nun sein Konzept: „Zukunftsmodell FCK: Unsere Bank für die Zukunft!“ Eine Fan-Anleihe soll helfen, das Leistungszentrum Schritt für Schritt wieder konkurrenzfähig und vor allem attraktiv zu machen.
9,3 Millionen Euro soll der Umbau am Ende kosten, Fan-Anleihen im Wert von sechs Millionen Euro können vom vom kommenden Dienstag, 5. Februar, an bis 15. April im Wert von 100, 500, 1900 und 7893 Euro samt stattlicher Schmuckurkunde zu einem jährlichen Zinssatz von fünf Prozent gezeichnet werden. Hinzu können bis zu zwei Prozent Bonuszins kommen – je nach sportlichem Erfolg. Angesetzt ist eine Laufzeit bis August 2019.

Aber Kuntz und Finanzvorstand Fritz Grünewalt wissen, dass das Thema FCK und Anleihen bei manchem Anhänger zweifelhafte Erinnerungen weckt. Angesichts der Schuldenreduzierung betonte Grünewalt: „Wir haben gezeigt, dass wenn man uns Geld anvertraut, dass sich das auch lohnt.“ Und es stehe fest, dass die Fan-Anleihe zweckgebunden an das NLZ ist. „Die Fans müssen sicher sein, dass das Geld nicht dazu dient, Löcher zu stopfen“, sagte Kuntz. Zumal ein erfolgreiches NLZ sich auch trotz jährlicher Kosten von ungefähr 2,8 Millionen Euro finanziell rechnen kann. Einerseits über Einsparungen bei den Ablösesummen, aber auch über Verkäufe – wie der von Torhüter-Eigengewächs Kevin Trapp, der für 1,5 Millionen Euro zu Eintracht Frankfurt wechselte. Einnahmen, die vor allem unabhängig vom sportlichen Erfolg der Profi-Mannschaft sind, „und egal, wer da im Vorstand des Vereins sitzt“, sagte Kuntz.
Dabei soll das NLZ mehr sein als eine modernisierte Anlage für den Nachwuchs. Das geplante Hauptgebäude soll zur Begegnungsstätte werden, sagte Kuntz, der immer wieder Inspiration bei anderen Vereinen gesucht hat: „Unser U9-Spieler soll Mo Idrissou fragen können, warum er keinen Pudding mag. Das gilt aber auch für Besucher. Wir können es uns in dieser Region nicht erlauben, die Tür zuzumachen.“

Hoffer zurück beim FCK, Jessen weg, Micanski vor Absprung Kaiserslautern. Stürmer Erwin „Jimmy“ Hoffer kehrt zurück zum Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern. Der 25-Jährige, der bereits in der Saison 2010/2011 an den damaligen Erstligisten aus Kaiserslautern ausgeliehen war, weilte Anfang der Woche bereits in der Pfalz. Zur Zeit ist Hoffer, der beim italienischen Erstligisten SSC Neapel unter Vertrag steht, noch an Eintracht Frankfurt ausgeliehen. Allerdings hat Eintracht-Trainer Armin Veh seine Bereitschaft signalisiert, Hoffer abzugeben. Einzig die Zustimmung aus Neapel steht noch aus.
Hoffer hatte in 24 Spielen für den FCK fünf Tore erzielt und in der Folge-Saison mit neun Toren großen Anteil am Frankfurter Aufstieg. In dieser Saison war er allerdings nicht über die Rolle eines Ersatz-Spielers hinausgekommen. Im Gegenzug für Hoffers Verpflichtung wird wohl Ilian Micanski den Verein verlassen, hier steht eine Ausleihe in Aussicht. Zudem hat sichAußenverteidiger Leon Jessen verabschiedet. Liga-Konkurrent FC Ingolstadt hat den 26-jährigen Dänen bis Saisonende ausgeliehen. Jessens Chancen auf einen Stammplatz waren durch die Verpflichtung von Chris Löwe gesunken. jbö

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