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"Fast wie die Biene Maja" - Klinik-Dach trägt „Christoph 16“

Fast wie die Biene Maja schwebte er am gestrigen Vormittag dem Städtischen Klinium Neunkirchen aufs Dach: „Christoph 16“ verursachte allerdings deutlich mehr Lärm und Turbulenzen als die Fernsehbiene. Der gelb-schwarze Rettungshubschrauber des ADAC demonstrierte mit einer „Probelandung“ die Tauglichkeit des neuen Hubschrauber-Landeplatzes über der obersten Etage des Klinikum-Neubaus, in dem die Komfortklinik untergebracht ist. Das quadratische (24 mal 24 Meter) Helikopter-Areal wurde im vergangenen Jahr eingerichtet, erhielt jetzt im Mai die Betriebsgenehmigung für Tagflüge vom Saarbrücker Wirtschaftsministerium und wurde gestern offiziell vorgestellt.

„Bundesweit vorbildlich“ nannte Klinik-Geschäftsführer Klaus-Dieter Hielscher die Konstruktion. Jürgen Fried, Oberbürgermeister und Aufsichtsratschef der Klinik, bezeichnete sie als „i-Tüpfelchen auf dem Anbau“ und „wichtig für den Gesundheitsstandort Neunkirchen “.

In luftiger Höhe verfolgten gestern Kommunalpolitiker, Klinikpersonal und Vertreter der beteiligten Planungsbüros – als Vertreter des verhinderten Gesundheitsministers Andreas Storm war der Neunkircher Ministeriumsmitarbeiter Michael Schley vor Ort – den Anflug von „Christoph 16“. Und mussten sich aus Sicherheitsgründen vom Landeplateau zurückziehen, als der Heli niederging. Man komme gerade von einem Einsatz in Kirn an der Nahe teilen Pilot Mirko Schmidt und Notarzt Stephan Harter unserer Zeitung mit. Sie bilden zusammen mit Rettungsassistent Dominik Schaeffer die Dreierbesatzung des fliegenden Rettungsfahrzeugs. Das Eingreifen in Kirn sei eher die Ausnahme gewesen, liege die Stadt doch ganz am Rande des möglichen Einsatzgebietes im Radius von 50 bis 60 Kilometern. Nun müsse man dringend am Heimatstandort an der Saarbrücker Winterberg-Klinik tanken, denn der Sprit gehe zur Neige.

1,25 Millionen Euro hat der Landeplatz gekostet. Geschäftsführer Hielscher lenkte die Aufmerksamkeit auf die Decke über dem Abschlussgeschoss, in der allein eine Million Euro stecken. Sie muss fünf Tonnen aushalten, ist 65 Zentimeter dick und gewährleistet in verschiedenen Schichten die schalltechnische Ableitung, die Entwässerung, Beleuchtung und Beheizung des Landequadrats, um ihn von Schnee und Eis frei zu halten. Drumherum gibt's einen Sicherheitsstreifen mit Überrollbügel und Absturzsicherung.

Der Hubschrauber-Landeplatz des „Städtischen“ befand sich zuvor am Boden – dort wo dann der Neubau hochgezogen wurde. Bei den jährlich etwa 60 Starts und Landungen dort – zirka 20 Patienten- und 40 Notarzttransporte – sei die Verkehrssicherung wegen der Passanten oft problematisch gewesen, so Hielscher. Auch hätten die „Flug-Patienten“ mit einem Rettungswagen zwischenbefördert werden müssen. Nun könnten sie per Aufzug direkt ins Gebäude verlegt werden.

Der Aufsichtsrat des Klinikums und der Neunkircher Stadtrat hätten dieses zukunftsweisende Konzept ermöglicht, stellte Hielscher heraus. Für die Umsetzung lobt er auch die beteiligten Architektur- und Ingenieurbüros (das Neunkircher Büro Strasser, das Neunkircher Büro Wagner und Schäfer, die Saarbrücker Firma WPW) sowie das Wirtschaftsministerium.
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Am Rande„Für das Städtische Klinikum Neunkirchen gibt es keine Zahlungsprobleme und schon gar keine Schließungspläne.“ Damit wies Oberbürgermeister Jürgen Fried gestern Abend auf SZ-Anfrage eine Meldung des Saarländischen Rundfunks zurück, wonach das Klinikum finanziell unter Druck stehe, über Teilschließungen nachgedacht würde. Einen defizitären Jahresabschluss hätten 60 Prozent aller deutschen Kliniken , so Fried. Die Auslastung in Neunkirchen liege bei 92 Prozent. Der SR sprach von strukturellen Finanzproblemen und auch höhere Baukosten. cle
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