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Fechinger Bürger machen gegen Raser mobil

Fechingen. Es ist nicht nur die ständige Gefahr. Es sind nicht nur der Lärm und die Vibrationen, die von der Straße in die Häuser schwingen. Es ist auch das Gefühl der Ohnmacht, das die Menschen an der Heringsmühle in Fechingen immer mehr verzweifeln lässt. Die Einmündung zur Flughafenstraße ist ein Unfallschwerpunkt, das ist amtlich. Autofahrer, vor allem solche die in Lastern sitzen, geben an der Heringsmühle zu viel Gas. All das ist bekannt, seit Jahren. „Geändert hat sich an der Situation nichts. An der Heringsmühle geht das muntere Rasen weiter. 24 Stunden täglich“, sagt Hans-Jürgen Otto. Otto ist so etwas wie die Stimme der Menschen an der Heringsmühle. Schon lange kämpft er für eine Lösung des Problems. Bisher ist aber nichts passiert, was er und die Anwohner als Lösung akzeptieren. Die Stadtverwaltung hatte reagiert, weil die Heringsmühle „als Unfallhäufungsstelle eingestuft“ worden ist. Auf Vorschlag der Saarbrücker Unfallkommission wurden im Juni 2009 Fahrspuren neu markiert und umfahrbarer Poller aufgestellt. So sei dort ein „stärkeres Abbremsen und gegebenenfalls Anhalten erforderlich“, erklärte Stadtpressesprecher Thomas Blug damals.

Anwohner fordern, dass ihre Straße „Tempo 30“-Zone wird

Der Ensheimer CDU-Politiker Gerhard Walter sah darin von Anfang an keine Verbesserung. Die Poller seien gefährlich und nur ein untauglicher Versuch, den Bau eines sinnvollen Kreisels zu verzögern. Der Streit brachte die Anwohner nicht weiter. Zeitlich befristete Tempokontrollen ebenfalls nicht. „Wie wahre Lämmer“ seien die Autofahrer unterwegs, sobald Radarfallen aufgestellt werden, sagt Hans-Jürgen Otto. „Durch Radiodurchsagen und Blinklichtwarnungen wird auf die Kontrollen aufmerksam gemacht. Sind die Kontrollen abgebaut, geht das muntere Rasen weiter“, sagt Otto. Anwohner fordern, dass ihre Straße „Tempo 30“-Zone wird – und dass die Einhaltung dieser Geschwindigkeitsbegrenzung dauerhaft kontrolliert wird. „Ich selbst habe bereits mehrere gefährliche Situationen hier erlebt“, sagt Johanna Schmiegel. Die Autos seien vermutlich zu schnell unterwegs, „um Anlauf für den Anstieg Richtung Flughafen zu nehmen – und in entgegengesetzter Richtung will man wohl erst kurz vor der Einbiegung in die Hauptstraße die Geschwindigkeit drosseln“.

Von 22 bis 6 Uhr soll die Heringsmühle nun „Tempo 30“-Zone werden

„Beim Einbiegen in den Langweiler Weg muss man mit einem Auffahrunfall rechnen, was vor ein paar Monaten einem Nachbarn ja auch passiert ist. Der Fahrer war so schnell von unten gekommen, dass der Bremsweg einfach nicht mehr ausreichte“, erzählt sie. Oft beobachte sie „ältere Menschen, die minutenlang am Übergang stehen und wegen der rasenden Fahrzeuge sehr unsicher und ängstlich sind“. Schulkinder müssen zu den Bushaltestellen begleitet werden, weil es zu gefährlich ist, sie allein dort stehen zu lassen. Vor allem wegen der Lkw sei „es unerträglich, sich draußen aufzuhalten oder die Fenster zu öffnen“.

Außerdem erzeugen die Laster Erschütterungen. Wenn sie mit ihrem Auto rückwärts in die Einfahrt einparke, gehe das „nicht ohne Hupen von sich gestört fühlenden Autofahrern“, die dann abbremsen müssen, berichtet Familie Cutruneo. Zweimal wurde ihr Auto dabei schon gerammt. Ähnliches erzählt Birgit Lanigra. „Wir werden beschimpft wenn wir einfahren, da wir anscheinend zu langsam sind.“

Zumindest nachts von 22 bis 6 Uhr soll die Heringsmühle nun „Tempo 30“-Zone werden, sagt Bezirksbürgermeister Daniel Bollig (CDU). „Andere verkehrsrechtliche Maßnahmen sind geprüft worden, sie hätten jedoch zu einer Mehrbelastung anderer Bewohner geführt und kamen deshalb nicht zum Zuge“, erklärt er.

 Die CDU-Stadtratsfraktion lädt für Montag, 4. Juli, 19 Uhr, zu einer Bürgerversammlung ins Schwimmbad-Restaurant Fechingen ein. Dort soll die Problematik mit der Leiterin des Saarbrücker Ordnungsamts, Sigrid Schneider, und Wolfgang Schöndorf von der städtischen Verkehrs- und Straßenplanung diskutiert werden.

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