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Ferien in Lothringen: Mega-Ferienpark öffnet jetzt

Hattigny. Kühe und Schafe grasen auf einer Weide des lothringischen Dörfchens Hattigny, ein Landwirt schraubt vor einer Scheune an seinem Traktor herum. Ein fast idyllisches Bild – würde nicht plötzlich ein 30-Tonner-Lkw so schnell über die schmale Hauptstraße des Ortes mit 190 Einwohnern donnern, dass Erdklumpen von seiner Ladefläche fliegen. Die Erde stammt aus einer gigantischen Baustelle. Auf einer Anhöhe im Wald oberhalb des Dörfchens Hattigny lässt das Unternehmen Pierre & Vacances Center Parcs für 250 Millionen Euro seinen flächenmäßig größten von insgesamt 18 Ferienparks in Europa bauen. Der Komplex Les Trois Forêts besteht aus 800 Holzhäusern in drei Kategorien, einem mehr als 5000 Quadratmeter großen Tropen-Schwimmbad, einer Sporthalle, einem künstlich angelegten Lernbauernhof für Kinder, einem zwei Kilometer langen Fluss für Wassersportarten sowie fünf Restaurants und drei Bars. Er erstreckt sich auf 435 Hektar und ist damit größer als 500 Fußballfelder.

Die meisten Reservierungen kommen aus Deutschland

Nur eine Autostunde von Saarbrücken entfernt, zieht der vierte Ferienpark dieser Art in Frankreich bereits vor seiner Eröffnung an diesem Freitag vor allem ausländische Gäste an. „Die meisten Reservierungen kommen aus Deutschland“, erklärt Konzernsprecherin Valérie Lauthier. Jährlich rechnet sie mit bis zu 350000 Besuchern und rund einer Million Übernachtungen. Die Kosten für ein Wochenende im Juni liegen dabei zum Beispiel für eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern in einer Holzhütte mittleren Komforts bei an die 700 Euro. Die Nähe zu Deutschland und zu Luxemburg, so Lauthier, sei für das Unternehmen Pierre & Vacances ein entscheidendes Kriterium bei der Standortwahl des neuen Parks gewesen. „Wir legen Wert darauf, dass unsere Angestellten Französisch und Deutsch sprechen. Die Beschilderung im Park ist auch zweisprachig“, sagt Lauthier. Ob Förster, Reinigungskraft oder Animateur – von den mehr als 600 Beschäftigten stammen fast 90 Prozent aus der Region um Hattigny. Als Vertreter des lothringischen Regional- und Generalrates 2006 die Verträge zum Bau der Ferienanlage mit Pierre & Vacances unterzeichneten, zogen sie einen wichtigen Arbeitgeber an Land.

Umweltauflagen werden um 20 Prozent  unterschritten

Widerstand erfuhr dieser trotz der geplanten großflächigen Waldrodung nicht: Auch nach dem Spatenstich im Jahre 2008 blieb Protest von Anwohnern oder französischen Umweltschützern aus. Bauleiter Romain Morillon, Chef von zeitweise bis zu 800 Arbeitern auf dem Gelände von Les Trois Forêts, erklärt das dadurch, dass der neueste aller Center Parcs in einem Pilotprojekt mit Umweltverbänden wie dem World Wildlife Fund Frankreich konzipiert wurde. Morillon: „Bei der Waldrodung haben wir etwa die meisten Bäume auf einem Plateau gefällt, auf dem 1999 Orkan Lothar große Schäden hinterlassen hatte.“ Zudem habe sich Center Parcs freiwillig dazu verpflichtet, die Werte der per Gesetz geforderten Umweltauflagen um 20 Prozent zu unterschreiten.

Stolz ist der Bauleiter auch auf die 800 Quadratmeter große Western- und Piratenstadt mit Kletterparcours für Kinder und den künstlich angelegten Lernbauernhof – mit Kühen, Eseln, Schweinen, Schafen und Enten. Morillon: „Hier können die Kleinen heimische Tiere kennen lernen.“ Das hätten die Kinder auf dem echten Bauernhof am Fuße der Center-Parcs-Baustelle sicher auch gekonnt. Doch bald wird das im Touristentrubel von Hattigny vergessen sein.

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