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Ferienpark-Baustelle: Fazit des Ombudsmanns fällt nüchtern aus

Blick auf den Ferienpark am Bostalsee, bald soll Eröffnung sein.

Blick auf den Ferienpark am Bostalsee, bald soll Eröffnung sein.

  Er hatte gehofft, mehr zu erreichen. Doch Markus Andlers Fazit am letzten Tag als Ombudsmann der rumänischen Arbeiter auf der Ferienpark-Baustelle am Bostalsee fällt gestern nüchtern aus. „Wenn ich wenigstens einem hätte helfen können, hätte ich schon etwas erreicht.“

Als Ansprechpartner für ausländische Arbeiter, meist aus Rumänien, trat der Vize-Regionalleiter der IG BAU nach Ostern das Ehrenamt an – vorher war der Skandal um nicht entlohnte Arbeiter bekannt geworden. Andler sollte verhindern, dass sich solche Fälle wiederholen. Dafür suchte er einmal pro Woche den Kontakt zu den Beschäftigten. „Aber ich bin kaum an sie herangekommen“, berichtet er. Das habe nicht an der Sprachbarriere gelegen, die Saar-Regierung stellte ihm einen Dolmetscher zur Seite. „Kaum war ich auf dem Gelände, haben mich Verantwortliche registriert“, begründet Andler. Und meint damit jene, die auf der Baustelle die Beschäftigten kontrollieren. Viele der Arbeiter seien offensichtlich von diesen Mittelsleuten eingeschüchtert worden. Andler habe vorgefertigte Antworten erhalten. Das bestätigt Übersetzer Alfred Spiesländer. Er höre meist kurzatmig „Klappt, Bezahlung, Unterkünfte gut“.

Wie auch von zwei Rumäninnen, die bei der Begegnung eilig an Andler vorbeigehen, um kurz darauf ins Auto eines rumänischen Vorarbeiters zu steigen. Sogar „gestandene Kerle“ drucksten herum, wenn es um die Frage der Bezahlung geht. So auch gestern, worauf Spiesländer auf Rumänisch seine Stimme erhebt, um einem Arbeiter klar zu machen: „Wir sind berechtigt, Dich das zu fragen, um zu helfen. Wenn Du nicht antwortest, kommt der Zoll. Der stellt die Fragen ganz anders.“ Dieser taucht übrigens dann zur Kontrolle der Arbeitsverhältnisse auf – und trifft ausgerechnet auf jenen Mittelsmann, den Rumänen im März beschuldigten, ihnen den Lohn vorenthalten zu haben.

Gegen den Mann ermittelt die Staatsanwaltschaft. Mit Andlers Dienstende als Ombudsmann und der Parkeröffnung ist die Baustelle nicht beendet. Bis September werde noch gearbeitet. Ein Landesbeamter in Pension, der Rumänisch spricht, soll auf Andler folgen.


MEINUNG

Leuchtturm wirft weiter Schatten

Von SZ-Redakteur Matthias Zimmermann

Im Mai wollte Markus Andler den Ombudsmannjob auf der Ferienpark-Baustelle hinschmeißen. Damals war schon klar, dass sein Einfluss, Rechte der Fremdarbeiter zu verteidigen, äußerst begrenzt ist. Bis zum Ende seiner Amtszeit änderte sich daran nichts. Es reicht eben nicht, plakativ jemanden zu bestimmen, der kaum Befugnisse hat. Gleichzeitig haben nach wie vor jene das Sagen, die auf Unternehmerseite die Strippen zogen, als der Skandal um nicht bezahlte Löhne bekannt wurde. Der dunkle Schatten auf dem gelobten Leuchtturmprojekt bleibt.
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