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Festakt zum 60-jährigen Bestehen der CDU-Saar in der Saarbrücker Uni-Aula

In Geburtstagslaune: CDU-Landesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und CDU-Bundesgeneralsekretär Peter Tauber beim Parteijubiläum gestern Morgen in der Uni-Aula. Foto: Becker & Bredel

In Geburtstagslaune: CDU-Landesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und CDU-Bundesgeneralsekretär Peter Tauber beim Parteijubiläum gestern Morgen in der Uni-Aula. Foto: Becker & Bredel

Partei-Geburtstage seien wie „Familienfeiern“, stellte Roland Theis , der stets energische General der Saar-CDU, gestern beim Festakt zum Sechzigsten seiner Partei fest. Recht hat er. „Blendend siehst du aus, Peter“, „Schönes Kleid, Doris“: Es ist, als würde ein lieber Onkel seinen Ehrentag begehen. Bloß, dass einige Gäste, mit denen man gerechnet hatte, fehlen. Peter Müller , langjähriger Parteivorsitzender und neben Franz-Josef Röder bis dato fraglos der bedeutendste Ministerpräsident der Union hierzulande, kam nicht. „Langfristige Termine“ hätten den Ehrenvorsitzenden und heutigen Bundesrichter gehindert, hieß es. Und noch ein Ex-Parteichef war absent: Klaus Töpfer , der die Saar-CDU Anfang der 90er führte. „Hexenschuss“ ließ er sich entschuldigen. So vertrat allein Toto-Direktor Peter Jacoby , vor Töpfer Parteichef, die Garde der Ehemaligen.

Immerhin war einer aus der „Familie“ da, der es sogar in Berlin zu was gebracht hat: Kanzleramtschef Peter Altmaier . Trotzdem war die Party eigentlich wohl etwas größer geplant: Wie ließen sich sonst die eher luftig besetzten Reihen in der Saarbrücker Uni-Aula erklären? Erstaunlich, hätte die Saar-CDU doch allen Grund sich hochleben zu lassen. Man muss nicht mal wie Generalsekretär Theis die Funktionärsbrille aufsetzen, um festzustellen: „60 Jahre CDU Saar sind eine Erfolgsgeschichte“. Seit ihrer Gründung am 7. August 1955 im Saarbrücker Johannishof war die Partei von 60 Jahren 45 Jahre an der Regierung, stellte den Regierungschef. Und tut das nach wie vor mit Annegret-Kramp-Karrenbauer. Auch dürfte niemand der Union ernstlich ihre Leistung beim Aufbau und der Entwicklung des Saarlandes absprechen wollen.

Von alledem hörte man aber in der Festrede des CDU-Bundesgeneralsekretärs Peter Tauber bestenfalls homöopathisch dosiert. Ohnehin eilt dem Frankfurter nicht der Ruf eines Bierzelt-Populisten voraus. Was er aber seinen Parteifreunden dann zu sagen hatte, klang tatsächlich oft nach Sonntagsrede. Und mit vielen Reminiszenzen ans Jubiläum der Bundes-CDU; da wurde im Juni der Siebzigste gefeiert. „70 Jahre CDU sind nicht so viel, wir fangen gerade erst an“, zitierte Tauber ein gerade frisch eingetretenes Unions-Mitglied. Originär zur Saar-CDU aber beließ er es eher bei Anekdötchen. Und gar nichts hörte man von ihm zu den aktuellen Herausforderungen, etwa dem Flüchtlingszustrom, die seine Partei, regierend in Berlin wie im Saarland, zu meistern hat.

Dafür wurde Annegret Kramp-Karrenbauer in einer gut 30-minütigen Ansprache deutlich, die oft die Qualität einer Regierungserklärung hatte. Sie äußerte sich klar zum Flüchtlings-Thema, monierte, dass bei dieser enormen Aufgabe bislang der Nachdruck fehle, den die EU bei der Euro-Rettung an den Tag gelegt hat. Das, was da bisher von Europa komme, „ genügt nicht als Antwort, ist des Europas, wie wir es wollen, nicht würdig“.

Mit selber Verve untermauerte sie den Anspruch des Saarlandes bei den stockenden Bund-Länder-Finanzverhandlungen. Was das Saarland wolle und so nötig brauche, seien keine „Almosen von reichen Verwandten, sondern unser gutes Recht“. Damit das Saarland ein „starkes und unabhängiges Bundesland“ bleibe. Nur mit einem eigenständigen Saarland hat ja eine Saar-CDU auch künftig noch was zu feiern.
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