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Festival am Bostalsee: Naturschutzgebiet wird zur Toilette

Mangels ausreichender sanitärer Anlagen und fehlender Besucherlenkung hätten es die Zuschauer vorgezogen, ihre Notdurft auf den Naturschutzflächen zu verrichten, schreibt der Nabu Saar in einer Mitteilung. „Wir befürchten nachhaltige negative Auswirkungen auf die wertgebenden Arten und Lebensraumtypen, zumal wir uns gerade in der sensibelsten Jahreszeit für die Tier- und Pflanzenwelt befinden“, so Nabu-Saar-Chef Ulrich Heintz.

Die Unmengen an Exkrementen stellten ein erhebliches Risiko für die Qualität des Sees als Badegewässer dar, so Heintz. Am kommenden Montag startet am Bostalsee gegenüber dem Naturschutzgebiet der Ferienbetrieb des Center-Parcs. Die Nabu-Vorwürfe wies der Landkreis St. Wendel zurück: Die Tatsache, dass einige Besucher ihre Notdurft im Naturschutzgebiet verrichtet hätten, sei „bedauerlich“, habe aber keine Auswirkung auf die Wasserqualität.

Dass es zu wenige Toiletten auf dem Konzertgelände gegeben habe, ließ der Landkreis nicht gelten. Der Veranstalter habe sich an die im Sicherheitskonzept vorgeschriebene Anzahl an Toiletten gehalten. „Auch im Einlassbereich gab es Toiletten“, so Oliver Thomé, Geschäftsführer des Veranstalters Poppconcerts. „Das Naturschutzgebiet wurde hinter dem Konzertgelände bis zu den Eingangsschleusen abgezäunt“, erklärte Kreissprecherin Fatma Schlaup. „Dies konnte leider nicht verhindern, dass Besucher das Gebiet an anderen Stellen betreten haben.“ Konzertveranstalter Thomé bedauerte die Umweltverschmutzung, appellierte aber an die Eigenverantwortung der Bürger: „Wenn ein Schild auf ein Naturschutzgebiet hinweist, sollte dort niemand seine Notdurft verrichten.“


Der Nabu beklagte, dass es Beeinträchtigungen für die Natur bereits bei früheren Großveranstaltungen am Bostalsee gegeben habe. Daraufhin seien Lösungsvorschläge gemacht worden. Diese seien weitestgehend ignoriert worden, so der Nabu. Auch diese Kritik wies der Landkreis zurück: Der Nabu hätte im Vorfeld keine konkreten Vorschläge unterbreitet. Nabu-Vorschläge hätte sich auch Thomé gewünscht. „Dienstag gab es Gespräche mit Vertretern der Naturwacht und des Landesamtes für Umweltschutz, in denen Lösungsvorschläge für weitere Veranstaltungen besprochen wurden“, so Schlaup. Es sei angeregt worden, einen festen Zaun um das Naturschutzgebiet zu ziehen, um das Betreten zu verhindern. Ende der Woche sei das Naturschutzgebiet von den Hinterlassenschaften wieder gesäubert, teilte der Landkreis mit.


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