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Festo: 33 Millionen für Werkserweiterung in Rohrbach

Der schwäbische Automatisierungsspezialist Festo investiert 33 Millionen Euro in ein neues Werk in St. Ingbert. Dort sollen Kunststoffteile hergestellt werden.

Der schwäbische Automatisierungsspezialist Festo investiert 33 Millionen Euro in ein neues Werk in St. Ingbert. Dort sollen Kunststoffteile hergestellt werden.

St. Ingbert. Der Automatisierungsspezialist Festo weitert sein Werk in Rohrbach deutlich aus. Auf dem 14 Hektar großen Waldstück „Diedesbühl“ soll für 33 Millionen Euro ein neues Polymer-Kompetenzzentrum entstehen, also eine Fabrikation, die sich auf Kunststoffteile spezialisiert. Rohrbach wird damit internationales Leitwerk für Kunststoffe bei Festo.

„Der Einsatz von Kunststoffen in der Produktion hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen“, sagt Christian Leonhard, Leiter der weltweiten Produktionsstätten von Festo. Im Werk Rohrbach hat sich beispielsweise die verarbeitete Menge an Kunststoff zwischen 2001 und 2011 auf 300 Tonnen pro Jahr verdreifacht. „Wir prüfen, inwieweit wir bei unseren Produkten Metall-Gussteile durch Kunststoff ersetzten können“, sagt Leonhard. Ein Vorteil: Während die Metall-Teile weitgehend zugekauft werden müssen, könnte Festo die benötigten Kunststoffteile selbst herstellen. 

Die Erschließung des neuen Geländes, das Festo bereits vor sechs Jahren gekauft hat und das laut Oberbürgermeister Hans Wagner im Flächennutzungsplan als Industriegebiet ausgewiesen ist, soll bereits kommende Woche beginnen. Ab März würden dann die ersten Hallen gebaut, sagt Frank Weber, der bei Festo die Bauprojekte betreut. Der Einzug in die vier neuen Hallen ist spätestens 2014 geplant.

Bereits jetzt gibt es in Rohrbach eine Polymer-Produktion mit 180 Mitarbeitern. Die aktuelle Produktion leidet nach Aussage des Rohrbacher Werkleiters Maik Glutting bereits unter Platzmangel. Mit dem Neubau wird eine viermal so große Fläche zur Verfügung stehen. Zusätzlich ist ein Technologiezentrum geplant, in dem Produktionsprozesse und Abläufe der Polymerfertigung weiterentwickelt werden sollen. Erweiterungen sind in der Zukunft möglich: Der geplante Bau nimmt nur rund ein Drittel des neu erschlossenen Geländes ein. „Wir haben die Planung auf Zuwachs angelegt“, sagt Weber.

Bei der Werkserweiterung setzt Festo, wie schon bei dem bisherigen Rohrbacher Werk, auf Nachhaltigkeits-Konzepte. Die Nutzung von Geothermie für die Beheizung der Gebäude „wird hier ebenso geprüft wie der Einsatz von Prozesswärme“, so der Bauprojekt-Leiter.

Das neue Werk Diedesbühl ist nicht die einzige Erweiterung des Rohrbacher Werks. Parallel entsteht für 15 Millionen Euro ein weiteres Produktions-Zentrum, das Mitte kommenden Jahres fertiggestellt werden soll. Und auch die durch den Umzug der Polymer-Produktion freiwerdenden Hallen werden nach Aussage von Christian Leonhard bereits wieder dringend benötigt.

Neue Mitarbeiter wird Festo im Kunststoffbereich vorerst nicht einstellen. Erste Mengensteigerungen sollen vorwiegend über eine verstärkte Automatisation erreicht werden. Mittelfristig geht Leonhard aber auch von einem Personalaufbau aus: „Steigende Produktion bedingt letztlich auch mehr Mitarbeiter“, meint er.

Neben einer Ausweitung der bestehenden Produktion geht es Leonhard aber auch darum, den Einsatz neuer Kunststoffe und neuer Produktionstechniken auszuprobieren. „Wir haben Teile, die hohen Belastungen ausgesetzt sind, dort lassen sich Kunststoffe bisher nur bedingt einsetzen“, sagt er. Hier gelte es, neue Entwicklungen zu testen. Außerdem stellt Festo oft nur recht kleine Losgrößen her – ein Problem da sich Kunststoffprodukte gewöhnlich erst bei größeren Produktionsmengen rechnen. Auch hier seien neue Verfahren interessant, bei denen Kunststoffteile beispielsweise mit speziellen 3D-Druckern gefertigt werden.


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