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Fettig adé: Fastfood wird jetzt gesund

Berlin. Auf dem virtuellen Marktplatz von McDonald's erinnert nichts an fettige Pommes und kalorienreiche Burger. Auch bei anderen Fastfood-Ketten wirbeln Salatblätter fröhlich durch die Luft, suggerieren Möhren und prallrote Tomaten Frische und Gesundheit. „Innovationen wie die McWraps und der Veggieburger kommen bei den Deutschen hervorragend an“, berichtet McDonald's-Deutschlandchef Bane Knezevic bei der Vorlage der Jahreszahlen. Im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen die Erlöse in Deutschland um 3,7 Prozent auf einen Rekordumsatz von über drei Milliarden Euro steigern, obwohl die Verbraucher immer seltener essen gehen, wie Knezevic erklärte.



Geschäft mit  schnellem Essen floriert

Dieses Jahr stehe ganz im Zeichen neuer Produkte. Das Geschäft mit dem schnellen Essen floriert, die gesamte Branche ist in Bewegung. Neue Konzepte locken experimentierfreudige Großstädter in immer kuscheliger werdende Tempel der Außer-Haus-Massenverpflegung.

Suppen- und Salatbars, Bagel-Shops, Sushi-Läden und moderne „Managerkantinen“ mit Lounge-Bereich und offenen Showküchen wie das Vapiano, MoschMosch, Cha Chà oder Coa schießen wie Pilze aus dem Asphalt der Städte. „Sie stehen für eine neue Entwicklung. Sie kombinieren die Effizienz von Fastfood (Schnellrestaurant) mit dem erweiterten kulinarischen Spektrum und dem höherwertigen Ambiente. Frisch, schnell und schön muss es sein,“ erläutert Gretel Weiß, Herausgeberin vom Branchenmagazin „Food-Service“.

Auch der Pionier der Schnellrestaurants in Deutschland, die Brathähnchen-Kette Wienerwald, will mit modernem Design und Frischeprodukten neu durchstarten. Zunehmend wandeln sich auch Bäckereien wie Kamps und Co. zu trendigen Vollversorgern. „Sie werden von reinen Backshops mit Snackecke zu kleinen Gastronomiewelten, die ihre Kunden auch mit warmen Speisen zu jeder Tageszeit versorgen wollen“, sagt Valerie Holsboer, Hauptgeschäftsführerin vom Bundesverband der Systemgastronomie (BdS).

McDonald's konnte mit hauseigenen Coffeeshops punkten

McDonald's konnte besonders mit seinen McCafés punkten. Die hauseigenen Coffeeshops verzeichneten 2010 ein Umsatzplus von 17,2 Prozent. Nach 81 Neueröffnungen im vergangenen Jahr gibt es inzwischen 737 „McCafés“. McDonald's betreibt in Deutschland inzwischen 1386 Filialen. Mit großem Abstand folgt die Nummer zwei der Branche, Burger King, mit knapp 700 Restaurants. Dahinter rangieren die Catering-Gesellschaft der Lufthansa LSG, die Autobahnraststätten Tank & Rast, Nordsee und Subway.

Die 100 größten Betriebe der Gastronomie verschlingen einen immer größeren Teil der Umsatzmahlzeit. 2009 erwirtschaftete die Branche in Deutschland insgesamt 33,1 Milliarden Euro, ein Rückgang von nominal 5,2 Prozent. Die Top 100 der Branche behaupteten sich gegen den Trend und legten um 1,1 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro zu. Der Schwerpunkt liegt hier auf der schnellen Mahlzeit, die man zur Not auch unterwegs essen kann. Das klassische Mittagessen im Restaurant wird immer seltener nachgefragt.

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