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Feuerwehr warnt: Solaranlagen können im Brandfall ein Risiko sein

Sonnenenergie wird für die Energieversorgung immer wichtiger. Doch wenn es im Haus brennt, sind bei Solaranlagen genaue Verhaltensregeln zu beachten – für die Bewohner ebenso wie für die Feuerwehr.

Von SZ-Mitarbeiterin Heike Theobald


Saarbrücken. Sauberen Strom durch Sonnenenergie zu gewinnen liegt im Trend. Eine typische Form dieser Energiegewinnung sind Photovoltaik-Anlagen, wie sie in einer Vielzahl auf Dächern von privaten und kommunalen Gebäuden oder in Industrieanlagen zu sehen sind. „Solarenergie kann ich nur befürworten“, schickt Landesbrandinspektor Bernd Becker voraus. Aber es gebe eben auch Probleme damit.  Solaranlagen stehen nämlich ständig unter Strom, eine nicht ungefährliche Sache für die Feuerwehr bei einem Brandeinsatz.

„Eine Gefahr ist die Spannung“, sagt Becker. Die mit Solarzellen bestückten Module einer Photovoltaik-Anlage wandeln Sonnenlicht in elektrische Energie um. „Die Module erzeugen eine Gleichspannung und die lässt sich nicht abschalten“, erläutert der Brandinspektor. Ein Abschalten des Wechselrichters nutze nichts, da die Solaranlage weiterhin Strom liefert – zumindest beim momentanen Stand der Technik. Es gebe zwar neue Modelle. Die steckten aber noch in den Kinderschuhen und seien auf dem Markt bisher noch nicht etabliert. Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom in Wechselstrom um.  Selbst wenn der Wechselrichter ausgeschaltet werden kann, fließt der Gleichstrom weiter.

Für Feuerwehrleute im Einsatz bedeutet das, bei der Brandbekämpfung mit größter Vorsicht heranzugehen und einen Sicherheitsabstand einzuhalten, um nicht zu riskieren, dass das Löschwasser unter Strom gerät. Dieses Problem besteht natürlich nur, wenn Feuer in unmittelbarer Nähe zur Photovoltaik-Anlage oder zur angeschlossenen Gleichstromleitung bekämpft werden muss. Und eine Gefahr hängt auch von der Größe der Photovoltaik-Anlage ab. Je kleiner die Anlage, desto geringer das Risiko. Wobei Becker gleich auch einem Gerücht vorbeugen möchte, dass die Feuerwehr in einem Brandfall sich geweigert habe, zu löschen.  „Das ist sicherlich nicht so, jeder Einsatz birgt Gefahren für die Wehrleute, ein Risiko, das wir eingehen“, sagt Becker.

Der Umgang bei der Brandbekämpfung in Objekten mit Photovoltaik-Anlagen ist aktuell fester Bestandteil der Ausbildung und den Führungslehrgängen in der Landesfeuerwehrschule. „Außerdem befasst sich der Arbeitskreis Gefahren durch Solar mit dieser Thematik, und da versprechen wir uns erhebliche Informationen über ein richtiges Verhalten im Ernstfall“, meint Becker.

Er appelliert zudem an die Bürger, die bereits Solaranlagen betreiben oder sich in Zukunft Photovoltaik-Anlagen anschaffen möchten, sich genau aufklären zu lassen, zum Beispiel darüber, wo im Notfall Gefahren lauern. „Das beginnt mit der Frage, wo der Wechselrichter steht“, sagt Becker. Im optimalen Fall sollten Hausbesitzer Gefahrenschilder sichtbar aufzuhängen, um den Einsatzkräften im Ernstfall wichtige Hinweise geben zu können. „Es ist noch viel Aufklärungsbedarf von Nöten“, meint Becker. Und da sieht er auch die Anbieter von Solaranlagen in der Pflicht, beim Verkauf ihrer Produkte richtig zu informieren.

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