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Feuerwehren im Saarland wappnen sich gegen Personalmangel

Saarbrücken. Die freiwilligen Feuerwehren im Saarland müssen in Zukunft neue Wege beschreiten, um weiterhin für optimalen Brandschutz sorgen zu können. „Die beiden Knackpunkte sind die finanziellen Probleme der Kommunen sowie die personelle Entwicklung der freiwilligen Feuerwehren aufgrund des demographischen Wandels“, sagt Landesbrandinspekteur Bernd Becker. Ende Januar haben daher Innenministerium, Feuerwehr und der Saarländische Städte- und Gemeindetag (SSGT) beschlossen, die Arbeitsgruppe „Zukunftsbild Feuerwehr 2020“ zu gründen, die sich noch in diesem Monat konstituieren soll. „Ziel ist es, Konzepte und Lösungen zu entwickeln, damit auch in Zukunft der Brandschutz und die technische Hilfeleistung gesichert sind, und dass ausreichend qualifizierte Einsatzkräfte zur Verfügung stehen“, sagt Becker. Bisher sei der Rückgang der Ehrenamtlichen im Saarland vergleichsweise gering. „Aber ich glaube, dass, wenn die Statistik für 2012 vorliegt, wir einen Rückgang der Aktivenzahlen verzeichnen müssen“, fürchtet er. Etwa ein Jahr lang soll die Lenkungsgruppe mit untergeordneten Arbeitskreisen Konzepte erarbeiten, die bis zum Jahr 2020 gültig sein sollen. „Länger erscheint uns nicht sinnvoll, da sich bei den Feuerwehren in wenigen Jahren sehr viel verändert“, findet Becker. Die Angebote sollen nicht verpflichtend sein, denn die Lage in den einzelnen Verbänden sei sehr unterschiedlich. „Jeder kann dann schauen, was für seinen Ortsverband umsetzbar und sinnvoll ist.“ Zwang will der Landesbrandinspekteur vermeiden: „Es soll nicht so weit kommen, dass die Bürgermeister Leute zwangsverpflichten müssen, wenn sich nicht genügend Freiwillige finden.“

Eine Arbeitsgruppe wird sich mit den Finanzen beschäftigen und soll Möglichkeiten der interkommunalen Zusammenarbeit ausloten. „Teilweise geschieht das schon jetzt. So haben etwa die Gemeinden Nonnweiler, Nohfelden und Tholey gemeinsam fünf Hilfeleistungslöschfahrzeuge angeschafft. Durch die Großbestellung können sie erhebliche Einspareffekte erzielen.“ Auch soll geschaut werden, wie die Ehrenamtlichen bei bürokratischen Pflichten entlastet werden können. So kann sich Becker eine landesweit einheitliche Computer-Software für die Einsatzberichte vorstellen. Darüber hinaus müsse aber auch die Zusammenarbeit über Kreisgrenzen hinaus gefördert werden, damit im Notfall neben der Ortsfeuerwehr die des nächstgelegenen Ortes ausrückt – auch wenn dieser in einem anderen Landkreis liegt.

Eine weitere Gruppe wird Konzepte für das Mitgliedermanagement entwickeln. „Wir müssen untersuchen, warum wir so viele junge Leute verlieren, die zwar von der Jugendfeuerwehr zu den Aktiven gewechselt sind und auch mehrere Lehrgänge besucht haben, dann aber weg sind“, nennt Becker ein Thema. Die Novellierung des Saarländischen Brand- und Katastrophenschutzgesetzes (SBKG) soll helfen, Kinder frühzeitig für die Feuerwehr zu begeistern. Kommunen sollen die Möglichkeit haben, für Kinder ab sechs Jahren eine Vorbereitungsgruppe für die Jugendfeuerwehr (ab acht Jahren) zu gründen. Auch müsse verstärkt das Potenzial von Frauen genutzt werden. „Da Frauen im Vergleich zu Männern häufiger zu Hause bleiben, können sie gut tagsüber einspringen.“ Auch die Anerkennung und das öffentliche Ansehen der Wehren sollen gestärkt werden.

Gedanken über zukünftige Feuerwehrstrukturen wird sich ein weiterer Arbeitskreis machen. Rund zehn Prozent der 341 Löschbezirke hätten Schwierigkeiten, den Posten des Löschbezirksführers zu besetzen. Wie können Kommunen geeignete Leute bestmöglich unterstützen, damit diese bereit sind, die Verantwortung für die Mannschaft zu übernehmen? An Zusammenlegungen wird nach Beckers Einschätzung kein Weg vorbei führen: „Aber diese sollten nicht von oben angeordnet werden, sondern aus der Einsicht der jeweiligen Verbände rühren, dass es so am besten ist.“


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