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Film über saarländischen KZ-Insassen

Saarbrücken. Am Sonntag, 15.30 Uhr, Cinestar 3, läuft beim Filmfestival Max Ophüls Preis sein aktueller Film "Johann Becker, Stille Zeit – Fragmente über den saarländischen KZ-Insassen Johann Becker aus Oberthal". In einem Interview spricht Ruschel über seinen Beruf und den Film.

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Rasender Kameramann und Fotograf in Kriegsgebieten: Worin genau besteht Ihr Job? Als freier Mitarbeiter drehe ich seit 1981 Reportagen, Dokumentarfilme und so genannte Nachrichteninformationsfilme für alle möglichen Sender. Als Kameramann hatte ich Kriegs- und Katastropheneinsätze in verschiedenen Konfliktgebieten, etwa bei Boris Jelzins Revolution 1995 in Moskau oder im Irankrieg 1980.

Zu ihrem jüngsten Werk: Wer war genau Johann Becker? In seinem Heimatort Oberthal arbeitete er als Totengräber. Von den Einwohnern wurde er allerdings denunziert und ins KZ gebracht. Dort verbrachte er zehn Jahre. Becker half vielen Häftlingen, die KZ-Zeit zu überstehen. Er verarbeitete im Buch Der Totenwald seine Erlebnisse im KZ Buchenwald.

Es gab auch einmal eine spezielle Begegnung zwischen Ihnen beiden? Ich stamme aus Oberthal. 1959 fehlte uns das Geld für einen Weihnachtsbaum. Johann Becker hat mich erwischt, als ich einen Baum im Wald schlagen wollte. Abends stand dann ein Baum vor der Tür, er kann nur von ihm gewesen sein. So war er, immer hilfsbereit, ohne im Rampenlicht zu stehen.

Becker starb 1972. Die Recherche gestaltete sich sicher nicht einfach...

Die Dreh- und Bearbeitungszeit des Films betrug zehn Jahre. Dazwischen lagen 20.000 Kilometer an Autofahrten und 7000 Arbeitsstunden. Die meiste Arbeit verbrachte ich in den Archiven der Konzentrationslager Buchenwald, Dachau und in Bad Arolsen, beim Internationalen Suchdienst in Bad Arolsen. So versuchte ich, noch lebende Zeitzeugen finden.

Der Film kam bei seiner Uraufführung im November in Oberthal gut an. Auf was können sich die Zuschauer am Sonntag freuen? Auf eine historisch interessante Dokumentation, die uns allen zu denken gibt. Hier kommt das Einzelschicksal eines bescheidenen tapferen Mannes zu Tage. Die Fragen stellte Eric Kolling

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