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Filmfestival Max Ophüls Preis: Wer wird Bräuers Nachfolger

Es ist eine schlechte Nachricht für das Filmfestival Max Ophüls Preis: Philipp Bräuer, eine Hälfte der Doppelspitze, verlässt die künstlerische Leitung, wie das Festival am Freitag mitteilte. Bräuer gehe „auf eigenen Wunsch und aus persönlichen Gründen“, heißt es da. Seine Partnerin an der Spitze, Gabriella Bandel, wird das kommende Festival (19. bis 25. Januar 2015) alleine leiten. „Es war eine persönliche Entscheidung, die sehr kurzfristig getroffen wurde“, sagt Erik Schrader ( FDP ), Kulturdezernent der Stadt Saarbrücken und Geschäftsführer des Ophüls-Festivals, auf Nachfrage. Bräuers Gründe will er nicht nennen, findet sie aber „nachvollziehbar und honorig“. Weder gehe es hier um eine Erkrankung, noch habe es „irgendwelche künstlerischen Streitigkeiten über Etats oder zwischen handelnden Personen“ gegeben. Bräuer, 39, seit 2004 Programmleiter, seit 2007 auch künstlerischer Leiter, habe das Festival „sehr vorangebracht, wir waren sehr zufrieden und müssen die Entscheidung schweren Herzens akzeptieren“. Über die Gründe von Bräuer, der während seiner Festivalzeit halbjährig jeweils in Saarbrücken und Berlin lebte, kann man nur spekulieren; Bräuer wollte sich am Freitag nicht äußern.

Fest steht, dass der bereits zwei Mal, 2009 und 2012, verlängerte Vertrag von ihm und von Gabriella Bandel im nächsten Jahr nach der 36. Festivalausgabe endet. Bräuer hinterlässt nun eine große Lücke, war er neben der Ko-Leitung des Festivals doch auch für dessen filmisches Herzstück verantwortlich: den Spielfilm- und den Dokumentarfilmwettbewerb. Deshalb sucht das Festival nun bundesweit nach einem Ersatz, ohne eine Ausschreibung, die zu langwierig sei – im Herbst beginnt die heiße Festivalphase. „Wir führen schon Gespräche“, sagt Schrader, „ich bin sehr zuversichtlich, dass wir in den nächsten zwei Wochen einen Namen präsentieren“. Es gebe einige Interessierte, auch von anderen Festivals, „die viel Erfahrung haben und bei einem kurzfristigen Engagement zur Verfügung stehen“.

Egal, wer Bräuer bei der Porgrammplanung ersetzt – er oder sie wird nicht als Ko-Leiter fungieren, Schrader will nicht zurück zur Struktur der Doppelspitze; die hatte sich in Saarbrücken ergeben, als Bandel und Bräuer das Festival 2008 kurzfristig gemeinsam kommissarisch leiteten, nachdem die amtierende Leiterin Birgit Johnson 2007 erkrankt war. Johnson starb 2008, das Duo blieb im Amt und führte das Festival zu regelmäßigen Publikumsrekorden und viel Resonanz. Schrader: „Die beiden haben das so gut gemacht, dass wir die Verträge zweimal weiter verlängert haben. Aber eine Doppelspitze ist bei solchen Festivals nicht üblich.“ Bandel wird den kommenden Ophüls-Jahrgang nun alleine leiten, laut Schrader mit dem üblichen Etat von knapp über einer Million Euro. Am Freitag hat die Saarbrücker CDU-Stadtratsfraktion Bräuer gedankt: „Sein Ausscheiden aus dem Festival bedauern wir sehr. Er war gemeinsam mit seiner Partnerin die Seele des Festivals, dem er seine ganze Kraft und Kreativität widmete.“
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