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Filmhaus will mit gutem Programm Zuschauer locken

Seit über einem halbem Jahr ist Michael Jurich Leiter des Saarbrücker Filmhauses.

Seit über einem halbem Jahr ist Michael Jurich Leiter des Saarbrücker Filmhauses.

  Saarbrücken. Die eine Seite seines Büros sieht noch immer etwas kahl aus. Die Möbel, die hier mal stehen sollen, sind schon länger versprochen. Aber Michael Jurich, der gar nicht mehr so neue Leiter des Saarbrücker Filmhauses, wirkt wie ein Mann, der Geduld hat. Er ist ja erst seit Februar da, die Möbel werden schon noch kommen. Insofern erscheint er wie das krasse Gegenteil seines Vorgängers Albrecht Stuby – der konnte sich ja stets wunderbar aufregen und als geduldig hätte er sich wohl auch selbst nicht bezeichnet.

 

Aber so unterschiedlich die Temperamente sein mögen, inhaltlich sind die beiden gar nicht so weit auseinander. Das Filmhaus ist unter Michael Jurich nicht radikal anders. Der Mann aus Mannheim geht eher behutsam vor. Er zeigt Autorenkino „nicht zu verkopft“ und ambitionierte Reihen. Die treuen Besucher des Filmhauses müssen sich nicht umgewöhnen.

Umgewöhnen muss sich eher der Filmhauschef. Von Mannheim nach Saarbrücken, von einem kleinen Kino zu einem Haus mit immerhin drei Spielstätten. Saarbrücken jedenfalls gefällt dem 53-Jährigen. „Vom St. Johanner Markt haben sie mir ja schon vorgeschwärmt, bevor ich das erste Mal da war“, lächelt er. Das Kulturangebot findet er berauschend: ,,Langweilig wird mir's hier definitiv nicht“. Dass alles zu Fuß und mit dem Fahrrad erreichbar ist, gefällt dem Nicht-Autofahrer ebenfalls. „Und in fünf Minuten bin ich mit dem Fahrrad aus der Stadt draußen, sehe keine Häuser mehr“.

Seinen neuen Job empfindet er als „anspruchsvolle Aufgabe“. Und das nicht nur, weil er für die drei Filmhaus-Kinos Programm machen muss. Auch die aktuelle Spardebatte hat ihn natürlich schon erreicht.

Nicht allzu viel Spielraum

Aber so auf den ersten Blick sieht Jurich da nicht allzu viel Spielraum. Nach seinem Eindruck ist das Filmhaus bereits jetzt „ein Paket, wo schon an allen Ecken und Enden gequetscht wurde“.

Die Sachkosten lassen sich nicht ändern, Filme kosten nunmal Geld, und „die Mitarbeiter sind da und werden auch gebraucht“. Die Überlegung, etwa einen der Säle zu schließen, sieht Jurich ebenfalls abwegig. Denn im Grunde sei die Eröffnung des Kinosaals in der Filmhaus-Galerie seinerzeit schon eine Sparmaßnahme gewesen. Denn in mehr Sälen kann man mit dem gleichem Personal mehr Einnahmen erzielen.

Überlegt werde derzeit, die Theke und den Kartenverkauf zusammenzulegen, um am Abend einen Mitarbeiter einzusparen – „obwohl mir das leid täte, denn die studentischen Hilfskräfte sind ja auf ihre Einnahmen angewiesen“. Und wenn viel los ist, müsste man sie doch wieder rufen.

Eintrittspreise rauf?

Was sonst noch bliebe? Das, was immer bleibt: Eintrittspreise rauf. Im Schnitt kostet eine Kinokarte in Deutschland 7,34 Euro. Im Filmhaus liegt der Schnitt bei 6,10. „Aber“, sagt Jurich, und spricht dieses Aber quasi in Großbuchstaben: Es gebe auch beim Filmhaus, das ja angeblich ein eher bürgerliches Publikum habe, immer mehr Leute, die nicht mehr zahlen könnten. „Unsere Statistik zeigt, dass die Leute zunehmend die günstigen Möglichkeiten nutzen“, also etwa die „Filmscene“, wo eine Karte 3 Euro kostet.

Anspruchsvolles Programm und Zuschauerwerbung

Michael Jurich sieht sein Sicherungs-Konzept eher darin, „ein anspruchsvolles, gutes Programm zu machen, das sich abhebt“. Und neue Zuschauer zu werben. So läuft zum Beispiel seit Juni die sehr reizvolle Reihe „Film und Kunst“ in Zusammenarbeit mit dem Saarlandmuseum. Und Anfang Oktober beginnt eine Reihe mit Filmen zum Thema Musik – ideal für Werbung etwa in der Musikhochschule. So arbeitet der neue Chef in aller Stille daran, dass die Marke Filmhaus unverzichtbar ist. Und wartet nebenbei auf seine Möbel.

Auf einen Blick

Im Rahmen einer kleinen Reihe mit Musikfilmen startet heute, Donnerstag, 30. September, 19 Uhr, der wirklich empfehlenswerte Dokumentarfilm „Pianomania“. Er entführt in eine Welt, die den meisten von uns sonst verschlossen ist, nämlich in die Welt jener Besessenen, die die Pianos für so weltberühmte Virtuosen wie Lang Lang oder Alfred Brendel stimmen. Der Film begleitet Stefan Knüpfer, den Cheftechniker von Steinway Austria, bei seiner Suche nach dem richtigen Klang. Ab dem 14. Oktober läuft dann der hoch gelobte Musikfilm „Kinshasa Symphony“. bre

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