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Firma Hager macht Standort Ensheim dicht

Die Firma Hager zieht nach Blieskastel.

Die Firma Hager zieht nach Blieskastel.



Von SZ-Mitarbeiter Frank Bredel

Ensheim. Die Firma Hager wird den Standort Ensheim bis Mai 2013 aufgeben und nach Blieskastel umziehen. Das erklärte Hager-Geschäftsführer Oswald Bubel bei einem Ortstermin mit der Saarbrücker Zeitung. Betroffen sind mehrere Produktions- und Lagerhallen, ein Verwaltungsgebäude, eine barocke Villa sowie Hof und Parkflächen im Ort. Aktuell sucht das Unternehmen, das sich auf elektrotechnische Installationen spezialisiert hat, nach einem Nutzungskonzept und hat sich von der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) und der städtischen GIU beraten lassen. Die Ergebnisse sind offen, denkbar sind drei Modelle: eine weitere Nutzung als Gewerbefläche, eine Umwidmung für privates Wohnen oder eine Mischform aus beidem.

„1955 wurde Hager in Ensheim von Peter Hager und seinen Söhnen Oswald und Hermann gegründet und vergrößerte sich über die Jahrzehnte stetig“, erzählt Bubel. Flächen umliegender Firmen habe das Unternehmen zugekauft, doch irgendwann sei man an die Grenzen gestoßen. „1980 kam die Frage: Wie geht es weiter?“, erinnert sich Bubel. Einzig der Park hinter der alten Barock-Villa wäre als Freifläche für einen Neubau denkbar gewesen. Doch den Park am Hofgarten habe man nie antasten wollen. Also habe sich Hager in der Nähe nach einer neuen Gewerbefläche umgesehen und wegen der hohen Gewerbesteuern in Saarbrücken den Standort Blieskastel bevorzugt.

„Wir hatten nie geplant, aus Ensheim ganz wegzugehen“, sagt Bubel. Trotzdem habe die Entwicklung der Firma Fakten geschaffen. Hager, das heute mit 1,6 Milliarden Euro Jahresumsatz und weltweit 11.400 Mitarbeitern zu den Top Zehn der Branche zählt, baute in Blieskastel erst ein bahnbrechendes Hochregal-Lager, dann eine automatisierte Fertigungsstraße für Schaltschränke. Ensheim geriet ins Hintertreffen: Was die Firma dort produzierte, mussten Laster nach Blieskastel bringen.

„Wir haben in Blieskastel 1982 mit 70 Mitarbeitern begonnen und haben heute 1200. Das Prinzip der zwei Standorte hat lange gehalten. Doch mit der Entscheidung für die neue Fertigungsstraße 2004 war der Standort Ensheim nicht mehr auf Dauer zu halten“, erklärt Bubel und geht durch die Ensheimer Hallen, in denen heute nur noch wenige Mitarbeiter Lagerhaltung betreiben. Im Frühjahr werden sie nach Blieskastel umziehen. Hager verlässt seine Gründungsstätte. Das Verwaltungsgebäude steht schon heute teilweise leer, nur noch verwaiste Parkplätze.

Die LEG hat ihr Konzept schon vorgelegt und rät zum Teilabriss und zum Bau eines Supermarktes. Doch das seien Planspiele, sagt Bubel, die zeigen, was man machen könnte. Konkrete Anfragen von Interessenten gebe es noch nicht.
Bis März soll die GIU ihr Nutzungskonzept vorstellen. Mehrere Ideen reichen vom Abriss der Hallen und der Schaffung von Flächen für Wohnhäuser bis zur Folgenutzung für Gewerbetreibende. „Sie können aber sicher sein, dass wir den konservativsten Weg einschlagen und sich der Charakter der Fläche nicht verschlechtern wird, da zwei unserer Gesellschafter direkt angrenzend wohnen“, erzählt Bubel. Für neue Wohnhäuser sei Hager bereit, Flächen zu verkaufen.

Bei neuen Gewerbeansiedlungen werde man nur vermieten oder verpachten. „Wir wollen beim Gewerbe Einfluss behalten auf die Art der Nutzung. Lärm oder Emissionen für die Nachbarn darf es nicht geben“, so Bubel. Insofern erscheine die Fläche geeignet für Dienstleistungsbetriebe. Die Villa werde die Firma nicht verkaufen, hier könnte ein Hager-Schulungszentrum entstehen. „Die Umnutzung der Flächen werden wir mit größtmöglicher Sorgfalt anpacken“, versichert Bubel und verweist nochmals auf zwei einflussreiche Nachbarn aus der Unternehmerfamilie, die Interesse hätten, weiter dort zu wohnen. Denn als Wohnort werde die Familie Hager Ensheim nicht aufgeben.


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