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Firmengründung mit einem Euro Kapital

Die Firmen-Rechtsform der Mini-GmbH, die seit November 2008 in Kraft ist, findet großen Zuspruch. Im Saarland gibt es schon 221 solcher Unternehmergesellschaften, bundesweit sind es 22.800.

Saarbrücken.
Birgit Kopcic ist eine von 221 Firmengründern, die sich im vergangenen Jahr im Saarland mit einer so genannten Mini-GmbH selbstständig gemacht haben. Die 38-jährige Frau hat ihre Firma „phase weiss“ in Saarbrücken und ist mit dem Unternehmen in der E-Mail-Vermarktung aktiv. Sie schickt Produkt-Informationen an ausgewählte E-Mail-Adressen – zum Beispiel für die Bestellung von Glückwunsch- oder Visitenkarten.

Sie hat eine Rechtsform für Unternehmen genutzt, die es erst seit November 2008 gibt. Der offizielle Name von Kopcics Firma ist „phase weiss UG (haftungsbeschränkt)“. Dieser Nachtrag ist zwingend vorgeschrieben. Ansonsten ist man in der Namensgebung frei. Die Gründung einer solchen Mini-GmbH hat „etliche Vorteile“, sagt sie. Die juristischen Formalitäten „hat man schnell hinter sich, man kann gleich loslegen“. Außerdem „halten sich die Gründungskosten im Rahmen“.

Privates Vermögen besser geschützt
Die Rechtsform der „Unternehmergesellschaft (UG) (haftungsbeschränkt)“ hat zum Ziel, dass auch bei kleinen Firmen die Haftung auf das Stammkapital beschränkt bleibt und Gläubiger bei einer Insolvenz nicht ohne weiteres auf das private Vermögen zugreifen können.

Im Gegensatz zur GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung), bei der mindestens 25.000 Euro an Stammkapital vorgeschrieben sind, reicht bei der Gründung einer Mini-GmbH ein Stammkapital von einem Euro. „Wir raten den Gründern allerdings, mindestens 1000 Euro auszuweisen“, sagt Ulrike Clos, die bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Saarland diesen Bereich betreut. „Denn die Gründungskosten und erste Anschaffungen müssen auf der Kapitalseite schon abgedeckt sein.“

Stammkapital wird nach und nach angespart
Allerdings müssen die Inhaber einer Mini-GmbH mindestens ein Viertel ihres Jahresüberschusses in eine Rücklage einstellen, damit Stammkapital angespart wird. Wenn auf diese Weise 25.000 Euro zusammengekommen sind, kann die Gesellschaft in eine normale GmbH umgewandelt werden.

Um eine Mini-GmbH möglichst problemlos gründen zu können, hat der Gesetzgeber ein Musterprotokoll erstellt. Der vorgeschriebene Gesellschaftsvertrag kann sich an diesem Musterprotokoll orientieren oder individuell ausgehandelt werden. Allerdings muss er von einem Notar beurkundet werden. Die Anmeldung der Mini-GmbH beim Amtsgericht und damit die Eintragung ins Handelsregister sind auch Sache des Notars. Die Kosten hierfür halten sich in Grenzen. Sie dürfen 300 Euro nicht überschreiten.

Bundesweit gibt es inzwischen knapp 22.800 Mini-GmbHs, wie aus einer Auswertung der Universität Jena hervorgeht. „Die Erfahrungen mit der neuen Rechtsform sind durchweg positiv“, sagt Ulrike Clos von der Saar-IHK. Schon nach vier Monaten seien die ersten Firmen in eine reguläre GmbH umgewandelt worden.


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