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Flipper-Meisterschaft: 128 Teilnehmer ließen die Kugeln flitzen

128 Flipperspieler aus ganz Europa haben am vergangenen Wochenende an der Deutschen Pinball-Meisterschaft in Völklingen teilgenommen. Am Ende konnte ein Teilnehmer aus der Schweiz das Turnier für sich entscheiden.

Völklingen. „Flippern ist für mich eine Kombination aus Schach und Golf“, sagte Peter Scheldt aus Marburg, derzeit auf Platz 36 der Weltrangliste. Er gehörte zu den 128 Teilnehmern, die am Wochenende bei der „German Pinball Association“ des Vereins Deutscher Flipperfreunde in der Gasgebläsehalle des Weltkulturerbes „Völklinger Hütte“ um den Deutschen Meistertitel kämpften.

Zwar spielte sich der 39-Jährige dort nur auf Platz 22, aber von Enttäuschung keine Spur, denn schließlich fährt er in wenigen Wochen zur Weltmeisterschaft in die USA.

Auf die Dauer kommt es an

Die Kugel abziehen und versuchen möglichst lange im Spiel zu halten, das ist für einen Akteur, der hin und wieder am Flipper steht, das Ziel. Für Spieler wie Scheldt braucht es jedoch wesentlich mehr, um Punkte zu sammeln. Zunächst gehört eine ausgeklügelte Taktik dazu, wie beim Schachspiel eben, wie Scheldt meinte und erklärte eine mögliche Variante: Wie stark ziehe ich, um die Kugel ins Spiel zu bringen, wohin bringe ich sie als erstes, um möglichst lange und risikoarm im Spiel zu bleiben? Die Kontrolle über die Kugel zu behalten, das ist dabei die Herausforderung. „Und das ist wahnsinnig anstrengend“, sagte Scheldt.

Zielgenau zu spielen und dabei viel Ballgefühl zu beweisen, das habe ein bisschen was vom Golfspiel. Und auch diese Eigenschaften machten einen guten Flipperspieler aus, wie der 39-Jährige erklärte.

Für ihn geht das Flippern weit über ein Hobby hinaus, Scheldt sieht das Spiel als Sport an. Er war Deutscher Ligameister, Vizemeister, sein sportlicher Ehrgeiz führte ihn dabei zu Turnieren ins In- und Ausland. Über den Daumen gepeilt etwa 10.000 Euro koste ihn der Spaß aufs Jahr gerechnet. Oft sind seine Frau und die siebenjährige Tochter dabei. Ohne diese tolerante Unterstützung würde es nicht funktionieren.

Acht Flippergeräte zu Hause

Eine Aussage, die Dirk Theobald aus Bous unterstreicht. Er selbst besitzt acht Flippergeräte, ein großer Teil seines Lebensinhaltes dreht sich um den Pinballautomaten. Theobald ist einer von 350 Mitgliedern im Verein der Deutschen Flipperfreunde, die sich dem Erhalt der Flipperkultur verschrieben haben. „Das Flippern ist vom Aussterben bedroht“, sagte er mit melancholischer Stimme.
Nicht nur, dass der Flipper in Kneipen und Gaststätten nahezu schon von der Bildfläche verschwunden ist, es gibt auch lediglich nur noch einen einzigen Hersteller weltweit. Der sitzt in den Vereinigten Staaten.

Theobald würde sich wünschen, dass die Flipper-Kultur wieder stärker präsent wäre. Ein Wunsch, den auch Scheldt hegt. Für ihn liegt die Faszination „Flipper“ in der Vielfalt der Auswahl, jedes einzelne Gerät habe ein anderes Motto – eine andere Geschichte, in die er eintauchen kann, um sie dann auszuleben.

Ob er süchtig ist? „Sicherlich keine Sucht im Sinne von Spielsucht, wenn dann ist es eher die Sucht nach dem Erfolg“, sagte er. Gewonnen hat die Deutsche Pinballmeisterschaft übrigens Robert Sutter aus Winterthur in der Schweiz.





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