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Flucht vor E10: Saarländer tanken in Luxemburg

Saarbrücken/ Luxemburg. E10-Biosprit spaltet die Nation. Die meisten Autofahrer meiden den neuen Treibstoff und steigen entgegen der Prognosen auf das teuere Super-Plus um. Im Saarland hat der ohnehin gut florierende Tanktourismus über die Grenze ins nahe Luxemburg noch stärker zugenommen. Am Wochenende herrschte Hochbetrieb an den luxemburgischen Tankstellen in Schengen und in Remich. Es bildeten sich lange Warteschlangen hinter den Zapfsäulen - darunter viele E10-flüchtlinge aus dem Saarland.

Andrea D’ Antona aus Schaffnutzt die Vorteile der kurzen Entfernung ins benachbarte Luxemburg nur hin und wieder aus, obwohl sein „heißer Alfa“ den neuen Sprit überhaupt nicht mag. „Der Zeitfaktor spielt für mich eben auch eine Rolle,“ argumentiert der Restaurant-Betreiber aus Wadgasser. Dafür weicht er öfters zum Tanken ins nähere Lothringen aus. Zum Glück muss ich nicht so viel fahren,“ meint Andrea D’Antona, „dann tut der höhere Super-Plus-Preis nicht so weh“.

E10-Diskussion bereitet Unbehagen

Auch Alt-Winzer Werner Schmitt aus Perl, Begründer des erfolgreichen Weinguts Schmitt-Weber an der Obermosel, meidet das neue E10-Biosuper. „Derzeit muss mich mir noch keine Gedanken darüber machen, weil wir hier ohnehin keine Tankstelle mehr haben und ich gezwungermaßen in Luxemburg tanke,“ führt der Perler dazu aus. „Ich fahre glücklicherweise seit Jahren Diesel,“ gesteht sein Sohn Thomas Schmitt, einer der erfolgreichsten saarländischen Winzer, der aber zugibt, dass ihm die E10-Diskussion schon Unbehagen bereitet. Ähnlich geht es Aniello Chirico, dem 56-jährigen Lackierer aus Wadgassen mit deutlich erkennbaren italienischen Wurzeln.

Furcht vor Langzeitschäden am Fahrzeug

Obwohl er einen recht neuen Ford Focus fährt, will er keinen E10-Treibstoff, weil er Langzeitschäden am Fahrzeug befürchtet. Zudem müsse er immer wieder feststellen, dass „die an der Tankstelle überhaupt keine Ahnung haben. Auch für Alexa Wolf aus Dillingen sind die Aussagen der Industrie höchst fragwürdig. Da will man doch nur verkaufen,“ meinte die umweltbewusste pensionierte Lehrerin. „Wenn aber etwas am Auto kaputt geht, muss ich zahlen. Auch Marco Seifert, 36-jähriger Wahlsaarländer aus dem thüringischen Altenburg, geht dem neuen E10 konsequent aus dem Weg, da sein Motorrad, eine Honda Shadow Baujahr 1995 diesen Sprit überhaupt nicht mag. Dafür lässt er sich von Freunden hin und wider einen Kanister Super aus Luxemburg oder Lothringen mitbringen. Ihm selbst ist der Weg über die Grenze zu weit, zumal die Fahrt auch wieder Sprit kostet. rup

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