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Flüchtlingszelt ans alte Freibad: Bis zu 1000 Asylsuchende sollen hier vorüber gehend eine Bleibe finden

Die derzeitige Flüchtlingssituation bringt die Stadt Homburg allmählich an ihre Grenzen. Am Wochenende wurde die Zuteilungszahl von Asylsuchenden für die Kreisstadt noch einmal drastisch erhöht. Statt der erwarteten 291 in diesem Jahr kommen jetzt noch zusätzliche 320 Bürgerkriegsflüchtige. Eine Zahl, die dafür sorgt, dass die Stadt nun die Reißleine gezogen hat. Die Menschen können nicht mehr, wie ursprünglich geplant, dezentral über mehrere städtische Wohnungen im gesamten Stadtgebiet integriert werden – eine große Lösung muss her. Und die sieht so aus, dass die Stadt ein großes Flüchtlingszelt errichten wird (wir berichteten). Seit gestern Mittag steht auch der Standort fest: Es ist das ehemalige Freibad-Gelände neben dem Stadtpark am östlichen Rand der Innenstadt. Das gab Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind in einer eigens einberaumten Pressekonferenz bekannt.

Zur Auswahl stand auch das Gelände neben dem alten Hallenbad am Forum, „aber es muss eine rasche Lösung her, und die ist am alten Freibad schneller möglich“, so der OB, „meine Präferenz wäre die Fläche am Rathaus gewesen, aber dort wären die Arbeiten zu langwierig gewesen.“ Die vorhandenen Sanitäranlagen auf dem Freibad-Gelände könnten mit weniger Aufwand wieder in Betrieb genommen werden. Ein Sicherheitsdienst zum Schutz der Neuankömmlinge werde eingesetzt, zusätzlich suche man Leute zur Essensausgabe, zur medizinischen wie sozialpädagogischen Betreuung. Bei letztgenanntem Punkt setzt der OB auf DRK, Malteser, Feuerwehr und die Wohlfahrtsverbände.

Die hauptamtliche Beigeordnete Christine Becker kümmere sich derzeit darum, dass „dieses System ins Rollen kommt“. Der Oberbürgermeister teilte weiter mit, dass ab sofort der bisherige Kulturamtsleiter Christoph Neumann Leiter der soeben ins Leben gerufenen Abteilung „Demographie und Integration“ ist, die sich größtenteils aus Rathausmitarbeitern rekrutieren wird (wir berichteten).

„Christoph Neumann hat Organisationstalent, ich traue ihm diese schwierige Aufgabe zu“, sagte Schneidewind. Die Stelle des Kulturamtes werde zu gegebener Zeit neu ausgeschrieben. Eingebunden in die Aufgaben der neuen Abteilung ist auch die Amtsleiterin für Jugend, Senioren und Soziales, Ingrid Braun. Die Abteilung wird koordiniert von Christine Becker. Als zuständiger Dezernent für Bauen und Liegenschaft wird auch Bürgermeister Klaus Roth eine wichtige Rolle bei der Unterbringung von Flüchtlingen zukommen.

Laut Christine Becker wird die Hallen-/Zeltkonstruktion über dem inzwischen verfüllten früheren Schwimmbecken auf einer Größe von 20 mal 50 Metern errichtet. Maximal 1000 Flüchtlinge sollen hier Platz finden. Darüber hinaus würden aber weitere Wohnungen genutzt, wie das ehemalige Jobcenter in der Gasstraße, sagte Becker.

Schneidewind: „Ich bleibe dabei: Nachdem die Leute versorgt sind, müssen wir rasch mit der Integration beginnen.“ Dass dies nicht leicht werde, sei jedem klar. „Die Leute kommen aus einem anderen Kulturkreis und haben eine andere Religion.“ Bei der Integration setzt der OB auch auf die vielen Vereine, das sei auch der Grund, weshalb die Sporthallen nicht von den Flüchtlingen belegt werden sollen. „Wir brauchen die Vereine, die einen großen Anteil an der Integration haben werden, da kann ich ihnen nicht die Hallen nehmen.“ Geht es nach Schneidewind, dann wird das Flüchtlingszelt nur eine vorübergehende Lösung sein.

Notiz am Rande: Auf dem Gelände des ehemaligen Freibades sollte ursprünglich „Gullivers Welt“ als Dauerausstellung eine neue Bleibe finden. Die Homburger müssen nun auf die Weltausstellung in Minatur noch etwas warten.  
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