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Flughafen: Massive Einsparungen in Ensheim

Saarbrücken. Der Druck auf den Saar-Flughafen wächst. In seiner heutigen Sitzung wird der Aufsichtsrat den Wirtschaftsplan für 2013 beraten. Dessen Vorsitzender, Wirtschafts-Staatssekretär Jürgen Barke (SPD), erwartet von der Flughafen-Geschäftsführung deutlich mehr Anstrengungen, das Defizit zu senken. Vorgabe für 2013 ist, von derzeit zehn Millionen Euro auf rund acht Millionen Euro zu kommen. Dies soll durch eine Kombination aus verschiedensten Einsparmöglichkeiten am Airport, der Flughafengesellschaft und erfolgreichen Bemühungen um weitere Fluggäste sowie Fluggesellschaften erreicht werden. Es müsse möglich sein, durch zusätzliches Fluggeschäft die Einnahmen um 1,3 Millionen Euro zu steigern. Hierfür biete schon das Engagement der Airline OLT gute Voraussetzungen.

Weitere Schritte müssten hinzukommen: Nach Ansicht von Barke müsse es in den kommenden drei bis fünf Jahren zudem gelingen, die Passagierzahlen von heute 440.000 auf 700.000 zu steigern. Der Flughafen sei für die Abfertigung in dieser Größenordnung ausgelegt. Weitere Reiseziele und weitere Airlines brächten zudem auch mehr Landegebühren, was die Einnahmenseite weiter entlaste. Man sei mit Airlines im Gespräch, aber es gebe noch nichts Greifbares. Klar sei, dass der Saar-Flughafen „durch neue Verkehre und Dienstleistungen ein Alleinstellungsmerkmal für die Region als Tür zu Kunden in der Industrie und dem Mittelstand bekommt.

Zudem soll der Flughafen auch eine größere Rolle für den Tourismus übernehmen“, so Barke. Das Flughafen-Management müsse intensiver mit Reiseveranstaltern und Reisebüros verhandeln. Auch im Umfeld des Flughafens seien Mehreinnahmen drin: durch ein weiteres Parkhaus, ein Hotel bis hin zu Frachtverkehren. Wenn es optimal läuft, hält es Barke für denkbar, das Defizit 2013 schon auf 7,5 Millionen Euro zu senken. Ob Einsparungen beim Personal bevorstehen, ließ er offen.

Auch in die Kooperationsverhandlungen mit dem Flughafen Zweibrücken kommt wieder mehr Tempo. Noch 2012 wird die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PWC) mit einer Studie beauftragt, die für beide Flughafen-Standorte detailliert ermitteln soll, welche zusätzlichen Dienstleistungen erbracht werden können, um weitere Einnahmen zu tätigen. Vom Ergebnis der Studie wollen beide Landesregierungen abhängig machen, ob es eher Sinn macht, dass beide Flughäfen künftig gemeinsam arbeiten, oder ihre Geschäfte wie bisher getrennt betreiben. Diese Entscheidung ist nicht vor Sommer 2013 zu erwarten. Saarbrücken und Mainz wollen erst abwarten, wie die EU-Kommission in Brüssel zur Zulässigkeit staatlicher Beihilfen für regionale Flughäfen entscheidet.
 
 
Meinung
Kräftig Druck im Kessel
Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia


Die Geschäftsführung am Saar-Airport steht vor riesigen Problemen. Erfolge, die zu deutlich mehr Fluggästen und mehr Fluggesellschaften führen, sind wegen der Krise in der Luftfahrt kaum zu erreichen. Sie muss zudem deutlich mehr um Reiseveranstalter und Reisebüros werben. Doch auch die ehrgeizigen Vorgaben des Aufsichtsrats zur Senkung des Defizits sind in der mittelfristigen Betrachtung kaum zu erfüllen. Wie will man weitere Airlines gewinnen? Man kann froh sein, wenn die in ihrer Existenz bedrohte Air Berlin Saarbrücken weiter anfliegt. Es wirkt abenteuerlich, auf eine Steigerung von 260.000 Fluggästen in den nächsten drei bis fünf Jahren zu setzen. Wo sollen die herkommen?
 


 

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