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Förderschul-Studium jetzt im Saarland möglich

Püttlingen. Bildungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) nannte es einen „historischen Tag“. An diesem versprach Püttlingens Bürgermeister Martin Speicher (CDU) den Haupt-Personen der Feierlichkeiten in der Stadthalle „alles zu tun, damit sie sich wohlfühlen werden“. Und die 16 Protagonisten selber mussten fast zwei Stunden lang warten, bevor sie das entgegennehmen durften, wofür sie gekommen waren, und was den gestrigen Tag so historisch machte: ihre Ernennungsurkunden zu Lehramtsanwärtern des neuen Studienseminars für Förderschulen und Integration. Zum ersten Mal überhaupt haben damit angehende Förderschul-Lehrer die Möglichkeit, ihr Referendariat im Saarland zu absolvieren. Bisher mussten Referendare solcher Schulen ihre Lehrzeit vollständig außerhalb des Saarlandes absolvieren. Das neue Studienseminar wird nun in Püttlingen ansässig sein.

Dass es nun im Saarland ein solches überhaupt gibt, entspringt, so sagte es auch die Ministerin selbst, vor allem einer „ganz pragmatischen Überlegung: Wir haben geschaut, wie wir Lehrkräfte zurückbringen können.“ Es herrscht akuter Mangel an Förderschullehrern – und wer nach dem Sonderpädagogik-Studium (auch dieses gibt es im Saarland nicht) sein Referendariat in einem anderern Bundesland absolvieren muss, findet womöglich nie den Weg hinters Lehrerpult an einer der hiesigen 40 Förderschulen. Darüber hinaus, so die Pläne des Ministeriums, sollen auch an Regelschulen mehr Sonder-Pädagogen zum Einsatz kommen. Pläne, von denen die neuen Referendare schon jetzt profitieren: „Ich wollte als Saarländerin natürlich zum Arbeiten nach Hause“, erzählt beispielsweise Julia Krückenmeier. Nach ihrem Studium in Landau wird sie nun in Merzig-Brotdorf arbeiten. Ebenfalls fürs Referendariat aus der Pfalz zurückgekehrt ist der Saarbrücker Thorsten Stalter: „Es hätte mich vor familiäre Probleme gestellt, wenn ich außerhalb des Saarlands mein Referendariat hätte machen müssen.“

Lobende Worte gab es für die Landesregierung sogar von der politischen Konkurrenz. Der SPD-Bildungsexperte im „MaasTeam 09“, Volker Staudt, teilte mit: „Es ist ein wichtiger Schritt zur Reduzierung des Lehrermangels an Förderschulen.“ Nun müsse die Einrichtung eines entsprechenden Studiengangs folgen. Ob und wann es diesen im Saarland geben wird, dazu konnte die Ministerin gestern aber „noch nichts sagen“.  Caroline Biehl 
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