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Förster schlagen Alarm: Wild auf Futtersuche

St. Ingbert. Sie ist die Todesstrecke für Wildtiere, die Landstraße 112 zwischen St. Ingbert und Elversberg. Der Risikoabschnitt ist rund 300 Meter lang, liegt zwischen Schüren und dem Kreiskrankenhaus. In der Vergangenheit passierten neun von zehn Wildunfälle der Region auf diesem Streifen. Die Geschwindigkeit wurde zwar auf Tempo 70 begrenzt, und es gilt Überholverbot. Auch Schilder weisen auf Wildtiere hin. Dennoch bleibt die Strecke brandgefährlich. Gerade jetzt. Warum? „Es ist Wildwechsel- Zeit“, sagt Michael Weber (Foto: evy), St. Ingberts neuer Förster. Weber (36) kümmert sich zusammen mit Bodo Marschall um die Wälder der Mittelstadt. Die würden derzeit Wildschweine und Rehe auf der Suche nach Bucheckern, Eicheln und Kastanien durchstreifen. „Die Tiere fressen sie, um sich ihren Winterspeck für die harten, kalten Wintermonate anzufuttern“, sagt Weber. Um von einem zum anderen Waldstück zu gelangen, müssen sie die Landstraßen überqueren, oft in der Abenddämmerung oder in den frühen Morgenstunden, also zwischen 17 und 24 Uhr und von 5 bis 8 Uhr. Gerade dann seien Rehe und Wildschweine besonders aktiv, sagt Weber. 2010 gab es allein in St. Ingbert 65 „Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Wild“, wie es in der amtlichen Polizeistatistik heißt. Kein Vergleich zu Blieskastel. Dort krachten 132 Mal Autos und Tiere gegeneinander. In der Region wurden insgesamt 346 Vorfälle gemeldet. Oft kommen Autofahrer mit einem gehörigen Schrecken und erheblichen Blechschaden davon.



Dennoch sterben deutschlandweit jährlich bis zu 30 Menschen bei Wildunfällen, 3000 weitere werden schwer verletzt, so die Polizei. Was sollten Autofahrer also beachten, wenn ein Tier im Scheinwerfer-Licht auftaucht? „Beherzt bremsen, dann hupen, das Fernlicht ausstellen und versuchen am Tier vorbeizufahren“, empfiehlt Förster Weber. „Niemals“ sollten Menschen „in Panik geraten“ und „hektisch einlenken“. Damit landeten sie meist im Seitengraben oder am nächsten Baum. „Und das ist weit schlimmer als ein Wildtier umzufahren. Auch wenn’s hart klingt.“ Wichtig zu wissen sei auch: Ein Schwein kommt selten allein. Eine Leitbache hat bis zu 13 Tiere im Gepäck – weitere Bachen, Überläufer und Frischlinge. Rehe treten oft zu dritt auf – ein Muttertier samt Kitze. Was sollten Autofahrer wissen, wenn ein Keiler in den Kühler gerannt ist? „Sichern Sie die Unfallstelle und rufen sie die Polizei“, rät Weber. Die Beamten informieren die Förster oder Jagdpächter. Sie müssen den oft tödlich verwundeten Tieren den Gnadenschuss setzen. Falls ein Tier nach dem Unfall noch lebt, sollten sich Autofahrer ihm nicht nähern. „Man weiß nie, wie ein verletztes Wildtier reagiert. Ein Keiler beispielsweise hat messerscharfe Hauer. Das kann für Menschen lebensbedrohlich werden“, warnt Weber. Tote Wildtiere darf man nach einem Unfall nicht ins Auto packen. Förster Weber: „Das ist Wilderei, eine Straftat.“ Außerdem sei es im Interesse der Autofahrer, auf die Polizei, den Förster oder Pächter zu warten. Nur sie können den Versicherungen den Wildunfall bestätigen.
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