A8 Luxemburg - Saarlouis AS Perl in beiden Richtungen Anschlussstelle gesperrt, Baustelle bis 20.11.2017 06:00 Uhr (09.10.2017, 05:53)

A8

Priorität: Sehr dringend

6°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
6°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Forbacher Filmer machen mit ihrem ersten Langfilm in Cannes Furore

Auf ins Nachtleben zwischen Forbach und Saarbrücken: eine Szene aus dem Film »Party Girl«.

Auf ins Nachtleben zwischen Forbach und Saarbrücken: eine Szene aus dem Film »Party Girl«.

Im Hintergrund klappern Teller, zwitschern Vögel. „Ich bin im Midi und ruhe mich etwas aus“, sagt Claire Burger. Das hat die Filmemacherin bitter nötig nach dem Trubel in Cannes. Dort bekam ihr Film „Party Girl“, den sie mit Marie Amachoukeli und Samuel Theis gemacht hat, den Ensemble-Preis der Reihe „Un Certain Regard“ und die „Goldene Kamera“ für den besten Erstlingslangspielfilm. Erst kurz vor den Filmfestspielen war das Trio mit der Postproduktion fertig. Burger und Theis stammen aus Forbach.

Der Film erzählt von Theis’ Mutter Angélique, die in jungen Jahren als Stripteasetänzerin, später als Bardame in Saarbrücken und den umliegenden Dörfern arbeitete. Ein anrührendes Porträt, lobte die Kritik. Die Mutter spielt sich im Film selbst, alle anderen sind Laien aus Forbach. Bereits die Kurzfilme „Forbach“ (2008), in denen Theis, sein Bruder und seine Mutter mitwirkten, und „C’est gratuit pour les filles“ (2009), ebenfalls mit Laien gedreht, hatten Preise an der Croisette und beim César erhalten.

„Diesmal war Cannes wie ein Orkan“, sagt die Mittdreißigerin. Zwölf Tage lang stürzten sich Gott und die Welt auf ihre Equipe. Theis war auf dem roten Teppich umschwärmt wie ein Star. Der Film komme jetzt mit viel mehr Kopien ins Kino und erreiche viel mehr Zuschauer, sagt sie über den Cannes-Effekt. Auch die Finanzierung des nächsten Films werde sicher leichter.

Für „Party Girl“ mussten die drei Freunde viele Klinken putzen. „Wir dachten an eine Koproduktion mit Deutschland, doch das Saarland hatte kein Geld“, sagt Burger. Das hätten die Luxemburger zwar reichlich, machten aber zur Bedingung, dass man nicht mit Laien und mit mindestens ein paar Luxemburgern dreht. Beides kam nicht in Frage. Also stemmten sie „Party Girl“ nur mit französischer und lothringischer Filmförderung, und einem Low-low-Budget von 1,6 Millionen Euro. Angefangen vom Drehbuch über die Regie bis zur Postproduktion hätten sie alles gemeinsam gemacht, ohne Arbeitsteilung, sagt Burger.

„Wenn wir uns mal nicht einig waren, haben wir diskutiert“. Im Umgang mit Laien haben die drei ja Erfahrung. Beim Dreh erkläre man den Darstellern nur die genau ausgearbeiteten Szenen, sagt Burger, lasse sie die Dialoge aber selbst entwickeln, damit sie natürlicher wirken. Gedreht wurde auch in Saarbrücken, unter anderem in einer Kneipe am Stadtgraben. Nur die Familienmitglieder und ein Hauptdarsteller hätten den fertigen Film schon gesehen, erklärt Burger. Vor dem französischen Kinostart von „Party Girl“ am 27. August feiern sie deshalb alle zusammen am 15. Juli Vorpremiere im Multiplex in Freyming-Merlebach.

Dank der guten grenzüberschreitenden Kontakte können Saarländer bald den Film sehen: Im September oder Oktober zeigt ihn das Kino Achteinhalb, und natürlich kommen Burger und ein Teil ihrer Forbacher Equipe mit.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein