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Ford schließt Werk Genk und stärkt Standort Saarlouis

Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia

Saarlouis/Genk. Der amerikanische Automobilproduzent Ford organisiert als Folge der stark eingebrochenen Nachfrage nach Neuwagen in Europa seine europäischen Aktivitäten völlig neu. Ziel sei es, durch Kostensenkungen und eine Produktoffensive am Ende gestärkt aus der Krise hervorzugehen, sagte gestern der Pressesprecher von Ford-Europa, Adrian Schmitz, gegenüber unserer Zeitung. Ausführlich wird die neue Unternehmensstrategie, intern „Transformationsplan für Europa“ genannt, heute in Amerika offiziell Finanzanalysten und Medien vorgestellt. Kern der Strategie ist eine weitere Konzentration der Produktion in Europa, wozu in der Folge auch die Schließung des Ford-Werks im belgischen Genk gehört. Davon betroffen sind 4300 Beschäftigte. Insgesamt beschäftigt Ford in Europa 47.000 Mitarbeiter. Rechnet man Joint-Ventures mit Kooperations-Partnern hinzu, kommt manlaut Schmitz auf rund 66.000.

Durch die Verlagerung der Produktion aus Genk auf die Werke Valencia in Spanien und Saarlouis solle eine bessere Auslastung dieser Standorte erreicht werden, ließ Schmitz durchblicken. Die exakten Planungen werden bereits mit den Gewerkschaften an den betroffenen Standorten besprochen. Zu welchem Zeitpunkt die geplante Strategie in ihren Details endgültig beschlossen wird, ließ der Ford-Sprecher offen. Dafür sei es jetzt noch zu früh.

Der Neuwagenverkauf insgesamt in Europa habe ein „20-Jahes-Tief“ erreicht. Mittlerweile sei man bei 18 Millionen Neuzulassungen angekommen. Zum Vergleich: Alleine 2007 waren es immerhin noch 18 Millionen Fahrzeuge. Es sei auch nicht zu erwarten, dass sich an dieser negativen Entwicklung im kommenden Jahr etwas ändert, hieß es bei Ford weiter. Deshalb habe man reagieren müssen.

Von der Änderung der Produktions-Strategie mit der weiteren Konzentration der Werke wird das Ford-Werk in Saarlouis voraussichtlich profitieren. Denn die Pläne sehen vor, dass der C-Max und der Grand-C-Max Multifunktions-Kompaktwagen künftig an der Saar hergestellt werden. Der C-Max lief in Saarlouis schon in den Jahren 2003 bis 2010 mit insgesamt 850.000 Einheiten vom Band, bevor die Produktion nach Valencia verlegt wurde. Auch im spanischen Werk werden jetzt im Rahmen der Umstrukturierungen erhöhte Kapazitäten geschaffen. So soll dort die nächste Generation des Ford-Mondeo, der S-Max und der Galaxy von den Bändern rollen. Die bereits vor längerer Zeit beschlossene Verlegung der Produktion des Kuga aus Saarlouis nach Valencia ist bereits vollzogen.

Um Ford wieder zu profitablem Wachstum zu verhelfen, hat der Konzern auch eine Produkt-Offensive beschlossen, zu der nach Auskunft von Schmitz 15 Produkt-Neuheiten auf den globalen Märkten alleine in den kommenden fünf Jahren gehören. Gerade der besondere Erfolg des neuen Focus aus Saarlouis mit dem sparsamen EcoBoost-Motor habe den Konzern zu einer Fortführung der Investitions-Strategie in neue Entwicklungen ermuntert. Nach Angaben von Schmitz greifen jetzt schon 30 Prozent der Besteller eines Focus auf die neue Variante mit dem EcoBoost-Motor zurück. Zu den Neuheiten gehören auch ein neuer Kuga, ein neuer Fiesta sowie erstmals in Europa auch der amerikanische Sportwagen Mustang.



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