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Ford sichert Werk Saarlouis für viele Jahre ab

Die Geschäftsführung und der Gesamtbetriebsrat der Ford Werke GmbH haben gestern eine umfangreiche Vereinbarung über Investitionen abgeschlossen, die 2017 in Kraft tritt. Diese sichert die deutschen Werke in Saarlouis sowie Köln mit ihren insgesamt rund 24 000 Beschäftigten über mehrere Jahre ab. Zudem werden betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2021 ausgeschlossen.

Ein Kernpunkt der erzielten Vereinbarung ist, dass „das Werk in Saarlouis der einzige Standort für die Fertigung der Modelle Focus und CMax bleibt“. Für den Standort Köln wird gleichzeitig garantiert, dass „die nächste Generation des Ford Fiesta ab 2017 ausschließlich in Köln gebaut wird“. Dies sagte gestern der Geschäftsführer der Ford- Werke GmbH, Bernhard Mattes. Die Fertigung wird künftig in einer flexibler organisierten Zwei-Schicht-Produktion organisiert.

Die Beschäftigten stimmen hierzu einem „neuen, flexiblen Mehrarbeitsmodell“ zu. Es sieht, je nach Entwicklung der Nachfrage vor, dass „die Arbeitszeit pro Schicht um eine halbe Stunde erhöht werden kann“. Bei einem Zwei-Schicht- Betrieb wird es somit möglich sein, „pro Tag eine Stunde mehr zu produzieren“. Diese Mehrarbeit „wird auf einem Stundenkonto gesammelt und kann in nachfrageschwachen Monaten sowohl stundenweise als auch tageweise abgebaut werden“, heißt es in der Vereinbarung. Für geleistete Mehrarbeit wird auch künftig eine Überstundenprämie gezahlt. Manager Mattes beziffert die Kosteneinsparungen in der Produktion, die die neue Vereinbarung ermöglicht, auf rund 400 Millionen US-Dollar (rund 295 Millionen Euro) für 2017 bis 2021.

Auch die Mitarbeiter müssen im Rahmen der Vereinbarung Zugeständnisse machen. Sie verzichten ab 2017 auf Sonderzahlungen und Sonderurlaub wegen eines Firmenjubiläums. Im Gegenzug sieht das Unternehmen von Einschnitten in die geltende Bezahlung der Mitarbeiter ab. Auch für Neueinstellungen gilt, dass die Betroffenen keine tariflichen Verschlechterungen zu erwarten haben.

Um die deutschen Standorte auch für die nächsten Jahre „wetterfest“ zu machen, verstärkt das Unternehmen zudem die Anstrengungen in der Produktentwicklung. Alleine im laufenden Jahr werden in diesem Bereich 500 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Dieser Schritt erfolgt im Wesentlichen durch die Übernahme von Leiharbeitskräften in die Stammbelegschaft. „Dieser Prozess wird in den Folgejahren fortgesetzt“, heißt es ausdrücklich in der Vereinbarung. Zudem sollen jährlich „mindestens 150 Jungfacharbeiter pro Jahr in feste Arbeitsverhältnisse übernommen werden“.

Die Vereinbarung beendet auch Spekulationen, der Ford Fiesta könnte künftig kostengünstiger in Rumänien produziert werden. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Ford, Martin Hennig, ist deshalb auch zufrieden mit dem Kompromiss. „Der Verlust der Fiesta- Produktion hätte für den Standort Köln das Sterben auf Raten bedeutet.“


MEINUNG

Wie an Weihnachten

Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia

Die Situation für alle Autohersteller in Europa ist derzeit alles andere als rosig. Die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise haben insbesondere in Südeuropa für große Kaufzurückhaltung gesorgt. Auch Ford ist davon betroffen. Ob sich das bald ändert, kann niemand sagen. Deshalb ist es schon wie ein Weihnachtsgeschenk anzusehen, dass gerade mitten in einer Krisenphase Ford seine deutschen Standorte stärkt und zudem eine mehrjährige Beschäftigungsgarantie bis Ende 2021 gibt. Somit wird klar: Ford glaubt an den Erfolg seiner Produkte, auch langfristig. Das Saarland kann ebenfalls ein wenig aufatmen. Beschäftigte mit ihren Familien, die eine sichere berufliche Perspektive über Jahre haben, sind nicht gezwungen, das Land zu verlassen. Das eindeutige Bekenntnis zum Standort Saarland ist gleichzeitig ein wichtiges Signal für alle Ford-Zulieferer und deren Beschäftigte.
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