A8 Neunkirchen Richtung Karlsruhe Zwischen Kreuz Neunkirchen und AS Limbach Gefahr durch Gegenstände auf der Fahrbahn, fahren Sie bitte besonders vorsichtig (21:22)

A8

Priorität: Sehr dringend

7°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
7°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Fortführung des Kraftwerks Ensdorf stößt auf breite Zustimmung

Kraftwerk Ensdorf

Kraftwerk Ensdorf

Ensdorf/Saarbrücken. Der saarländische Energieversorger VSE und die Saarstahl AG haben gestern den Pachtvertrag unterzeichnet, der den Fortbestand des Kraftwerks Ensdorf langfristig absichert (wir berichteten). Die VSE erwirbt den Block 3 von RWE Power und verpachtet diesen an Saarstahl sowie die Saarschmiede. Die VSE als Betreiber des Blocks 1 wird wie bisher die Betriebsführung für beide Blöcke übernehmen. Nicht alle der 117 Beschäftigten des Kraftwerks können bleiben. Einzelheiten werden jetzt mit den Sozialpartnern ausgehandelt, sagten gestern die VSE-Vorstände Tim Hartmann und Hanno Dornseifer. Dies sei immer noch besser als ein anderes Szenario: „Wenn wir die Lösung mit Saarstahl nicht hinbekommen hätten, wäre die einzige Alternative die Stilllegung des Blocks 3 gewesen“, sagte Hartmann.

Das Kraftwerk sei technisch hervorragend vorbereitet. 50 Millionen Euro habe man bereits zur Modernisierung in die Hand genommen. Weitere Schritte seien nicht erforderlich. Unverständnis äußerte Hartmann deshalb für Vorstellungen von Saar-Umweltministerin Simone Peter (Grüne), verstärkt auf Gaskraftwerke zu setzen. „Ich erkenne diese Möglichkeit angesichts des gegenwärtig niedrigen Gaspreises nicht“, so Hartmann. Kein Unternehmen werde sich auf dieses Risiko einlassen.  Die Vereinbarung mit Saarstahl sei „zeitlich unbefristet“. Durch die Kooperation „sichern wir hochqualifizierte Arbeitsplätze und wertvolles Know-how an der Saar“, sagte Hartmann.



Ausdrücklich dankte der VSE-Vorstand Ministerpräsident Peter Müller, dem Chef der Staatskanzlei Karl Rauber sowie Wirtschaftsminister Christoph Hartmann (FDP) und seinem Ministerium, „ohne deren Unterstützung der Deal nicht zustande gekommen wäre“. Der Name der Umweltministerin fiel nicht. Sie selbst verbreitete eine Pressemitteilung, in der der Erhalt des Kraftwerksstandortes Ensdorf als „wichtiger Baustein zur Sicherung des Energiestandortes Saarland“ bezeichnet wurde. Gleichzeitig erneuerte sie ihre Forderung nach mehr „modernen Gas- und Dampfkraftwerken“.
Saarstahl-Vorstandschef Klaus Harste betonte, die regionale Lösung verringere preisliche sowie versorgungstechnische Risiken in der Stromversorgung. Und die Gefahr von Stromausfällen. Saarstahl sowie die Saarschmiede könnten künftig als eigenverantwortliche Stromhersteller selbst über benötigte Mengen zu attraktiven Preisen bestimmen. „Überschüsse geben wir in den Markt ab.“ Wegen eines Umsatz-Einbruchs um 50 Prozent im Krisenjahr 2009 sei Saarstahl außerdem für 2011 und wohl auch 2012 von der Abgabe zum Erneuerbaren Energie-Gesetz (EEG) befreit.



Die Fortführung des Kraftwerks Ensdorf stößt auf breite Zustimmung.  Die künftige Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) sieht darin ein Zeichen an die Industrie, dass der Standort Saarland verlässlich und attraktiv bleibt, auch für Neuansiedlungen. Planungssicherheit für die Energiewirtschaft sowie die Industrie sei jetzt gewährleistet, betonten sowohl Wirtschaftsminister Christoph Hartmann (FDP) als auch SPD-Generalsekretär Reinhold Jost. Die Sicherung des Industriestandortes und der Ausbau der regenerativen Energien seien kein Gegensatz, so Jost. „Wer die Energiewende will, muss dafür sorgen, dass der Strom bezahlbar bleibt. Das geht nur mit einem Mix aus neuen Energien und bestehenden fossilen Energieträgern. Auch deshalb ist die Partnerschaft von VSE und Saarstahl eine gute Entscheidung.“ Laut Verdi-Landeschef Alfred Staudt haben sich in der Landespolitik und bei den kommunalen Anteilseignern der VSE diejenigen durchgesetzt, die eine „Sicherung und einen möglichen Ausbau des Energiestandortes Saarland wollen“.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein