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Fotos: So war's beim Christopher-Street-Day in Saarbrücken

Ein schrilles Kostüm trug auch Michelle de la Rose, die seit Jahren auf dem CSD für gute Stimmung sorgt. Die politische Botschaft stand dennoch im Vordergrund.

Ein schrilles Kostüm trug auch Michelle de la Rose, die seit Jahren auf dem CSD für gute Stimmung sorgt. Die politische Botschaft stand dennoch im Vordergrund.

Tausende Zuschauer, schrille Kostüme, eine farbenfrohe Party. Das ist der Christopher Street Day (CSD). 1969 demonstrierten erstmals homosexuelle Menschen in New York. Und inzwischen ist der CSD auch in der saarländischen Landeshauptstadt Tradition. Jedes Jahr ziehen bunt geschmückte Wagen durch die City, auch gestern war diese Parade der Höhepunkt eines dreitägigen Rahmenprogramms. Viele Politiker nahmen teil, denn die Parade soll auch eine Botschaft transportieren. Homosexuelle Menschen kämpfen für die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit der Ehe.  Bundesjustizminister Heiko Maas ( SPD ) war Hauptredner der Kundgebung: „Als Bundesjustizminister bin ich für das Grundgesetz zuständig und da steht: ‚Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.’ Für mich heißt das: Auch jede Liebe ist gleich viel wert, jede Liebe verdient den gleichen Respekt! Egal ob schwul, lesbisch oder hetero.“
Ein Bereich, in dem es Fortschritte gebe, sei das Adoptionsrecht . In Zukunft könnten auch Schwule und Lesben das angenommene Kind ihres Lebenspartners oder ihrer -partnerin adoptieren. „Das ist ein wichtiger Schritt zur völligen Gleichberechtigung“, sagte Maas.

 „Da ist noch Lust nach oben“ war das Motto der Veranstalter. Ihnen ging es darum, dass eingetragene Lebenspartnerschaften mit der Ehe gleichgestellt werden sollen, vor allem auch bei der Steuer und im Adoptionsrecht . Maas fand es schade, dass man überhaupt noch auf die Straße gehen müsse. „Gleichberechtigung muss Realität werden, dann kann man endlich zusammen feiern anstatt zu demonstrieren.“



Jasmin Maurer von den Piraten bezeichnete es als eine „persönliche Herzensangelegenheit“, gegen Diskriminierung zu arbeiten. Der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Schmitt sah ebenfalls Verbesserungsbedarf: „Wir haben das Ziel noch nicht erreicht.“ Der Abbau von Diskriminierungen bleibe politisches Ziel. Auch Simone Peter, die Bundesvorsitzende der Grünen, war zum dritten Mal auf einem der Wagen: „Ich finde es schade, dass wir Schlusslicht in der Großregion sind“, sagte sie. In Frankreich und Luxemburg sei die Gleichberechtigung weiter vorangeschritten. Es kamen knapp 30000 Besucher zur Parade, die jede Menge gute Stimmung mitbrachten und die Gleichstellungs-Botschaft bestens vertraten.
 
Hintergrund
Anlässlich des Christopher-Street-Days fordert Barbara Spaniol von der Linksfraktion im Saar-Landtag, den Ausschluss schwuler Männer von Blutspenden aufzugeben. In vier Bundesländern hätten die Landesparlamente bereits entsprechende Empfehlungen verabschiedet. „Dem sollten wir uns im Saarland anschließen. Es kann doch nicht sein, dass Männer nur aufgrund ihrer sexuellen Orientierung unter Generalverdacht gestellt werden, riskanten Sex zu praktizieren und HIV-infiziert zu sein.“  Ohnehin würden alle Konserven auf Krankheiten getestet. red
 
 
 

 
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