B269 Stadtgebiet Lebach, Heeresstraße bis Koblenzer Straße Zwischen Lebach und Lebach-Bubach in beiden Richtungen Gefahr durch Tiere auf der Fahrbahn Kühe (10:48)

B269

Priorität: Sehr dringend

10°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
10°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Fotos: So war's beim Rocco del Schlacko

Das Festival

Das Festival "Rocco del Schlacko" zieht auch am Samstag (10.08.2013) wieder tausende Besucher auf die Püttlinger Sauwasen. Die Fans vor der Bühne feiern Ihre Bands.

Es dauert keine fünf Minuten, da hat man die erste Bierdusche abbekommen. Der alljährliche Wahnsinn des Rocco del Schlacko macht vor keinem Halt. Auf dem Zeltplatz dröhnen die Bässe, der Alkoholpegel ist fast mit Händen zu greifen. Ein Mann mit Pferdekopf tanzt zwischen Zelten, Bierdosen und Abfall. Schubkarrenweise schaffen die Feierwütigen neue Bierpaletten heran. An jedem zweiten Zelt hängt eine wahlweise plumpe oder dreiste Aufforderung an die Damenwelt, sich ihres TShirts zu entledigen. Es riecht nach Stroh, Zigaretten und Dixieklo.

Ein paar hundert Meter weiter, auf dem Püttlinger Sauwasen, gibt Hip-Hopper Dendemann in der heißen Nachmittagssonne alles. Der Schweiß rinnt, die Reibeisenstimme reibt. Das Publikum dankt’s ihm: Die Menge wogt, eine Gummipalme wippt über den Köpfen. Weiter hinten liegen die ersten Festival-Erschöpften im Schatten und schlafen, unbeeindruckt von den wummernden Bässen.

Das Publikum ist um die 20, mit ein paar Ausreißern nach unten und oben: ein kleiner Junge, der sich unter Anleitung von Papa die Ohren zustöpselt, ein etwas verloren wirkendes Ehepaar mit himmelblauen Sitzkissen, die im Festival- Dreck nicht lange blau bleiben werden.

Am Abend schließlich einer der Höhepunkte: Deichkind. Im Alu-Wams und mit Pyramidenhüten springen die Deichkinder über die Bühne. Die Show durchchoreografiert bis ins Kleinste, hier wird nichts dem Zufall überlassen. Sie blasen Federn ins Publikum, tuckern mit einem Elektrorollstuhl über die Bühne und zu „Roll das Fass rein“ reiten sie auf einem (tja, was auch sonst?) überdimensionierten Fass ein. „Bück dich hoch!“, „Arbeit nervt“ – die Refrains simpel, eingängig und vermutlich genau das Richtige nach einem alkoholdurchtränkten Festivaltag. Die Menge brüllt begeistert mit. Deichkind gibt die Marschrichtung vor: „Nicht schön, aber laut!“, und trifft damit so ziemlich den Kern der Show.

Der Funke springt aber eher bei anderen Bands über. Flogging Molly mischt irische Folklore mit Punkrock und trifft damit den Nerv des Publikums. Bierdosen fliegen in die Luft, die Menge tobt. Die ganz Hartgesottenen pogen, was das Zeug hält. Auch Chuck Ragan braucht weder Fass noch Federn. Ein Mann, eine Gitarre und eine Stimme, so rau und kraftvoll, dass sie einen nicht mehr loslässt. Hier meint einer jedes Wort, das er singt, und das spürt man.

Wie gut eine Band ankommt, lässt sich beim Rocco del Schlacko vor allem daran ablesen, wie viel Staub das tanzende Publikum aufwirbelt. Bei Labrassbanda fühlt man sich nach zehn Sekunden wie in einem Sahara- Sandsturm. Die Bayern wetzen barfuß über die Bühne, dass die Lederhosn kracht. Eine Mischung, schwer zu beschreiben: viel Blasmusik, ein bisschen Gypsy, Ska, Techno und Balkan Beats – egal, es geht sofort in die Beine und das ist auf dem Rocco das Einzige, was zählt. Frontmann Stefan Dettl gibt alles, um die Meute zum Tanzen und Mitsingen zu bringen – in feinstem Bayerisch, versteht sich. „Verstehst du das?“, fragt ein Festivalbesucher. „Nee“, sagt seine Begleiterin. „Egal, mach einfach mit.“

24 000 Menschen feiern, als ob es kein Morgen gäbe. Veranstalter Thilo Ziegler ist zufrieden: Bands top, Wetter top, Publikum top. „Harmonisch wie nie“, findet er. Das Gerücht, dass Rocco del Schlacko könnte im nächsten Jahr vielleicht nicht mehr auf dem Sauwasen stattfinden, weil auf dem Gelände eine Photovoltaikanlage entstehen soll, mag er nicht kommentieren. Die Frage gefällt ihm nicht, das Lächeln verschwindet, schnell setzt er sich seine Sonnenbrille auf. Er plane, das Festival wie gewohnt auf dem Sauwasen steigen zu lassen. Was in einem Jahr sei, werde man sehen. Den Vorverkauf für das Rocco 2014 hat er auf jeden Fall schon mal angekurbelt.


Alle Fotos vom Rocco del Schlacko ansehen


AUF EINEN BLICK

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) musste beim Rocco del Schlacko rund 800 Mal einschreiten. Im Vorjahr gab es deutlich mehr medizinische Notfälle. Grund war laut dem DRK das milde Wetter. So gab es in diesem Jahr weniger hitzebedingte Notfälle. 35 Menschen mussten mit Prellungen und Frakturen ins Krankenhaus gebracht werden. Auch die Polizei zog eine positive Bilanz. Zwar wurden einige bengalische Feuer abgebrannt und es gab elf Fälle von Diebstahl, doch insgesamt sei es ein friedliches Festival gewesen. noe


Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein