B41 Saarbrücken Richtung Idar-Oberstein Zwischen Kreuzung Niederlinxweiler und Kreuzung Oberlinxweiler Gefahr durch Personen auf der Fahrbahn, Gefahr durch defektes Fahrzeug (10:35)

B41

Priorität: Sehr dringend

4°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
4°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Fotos: So war's beim Saarbrücker Nauwieser Fest



St. Johann. Am Samstagabend versuchten zwei Radfahrer, ihre Drahtesel durch das Nauwieser Viertel zu schieben. „Ich hab’ dir ja gesagt, das wird nicht leicht“, sagte einer von ihnen, Guido Müller. „Stimmt, wir hätten die Fahrräder wohl besser vorher irgendwo angebunden“, pflichtete ihm sein Begleiter Andy Berger bei. Menschenmassen über Menschenmassen füllten am Wochenende wieder die engen Straßen im Chinesenvierte.


Das Nauwieser Fest zählt zu den bestbesuchten Festen in der Stadt. Wer beim Nauwieser Fest einmal vom zähflüssigen Strom der Besucher erfasst und danach langsam durch die Gassen geschoben wird, kann es bestätigen: Gefühlt ist dieses Volksfest im St. Johanner Chinesenviertel sogar noch voller als das Altstadtfest oder das Saar-Spektakel.

Auch die Straßenmusiker der Bayou-Street-Brass-Band haben es abends schwer, noch voranzukommen. Am späten Nachmittag noch sind sie musizierend durch die Gassen des Chinesenviertels marschiert. Im Sog einer Gruppe, die Junggesellinnenabschied feiert, lässt es sich eine Zeit lang prima laufen. Dann aber treffen die Damen auf eine Männergruppe, die einen aus ihrer Mitte aus dem Junggesellenleben verabschiedet. Schlagartig ist es mit dem Vorankommen vorbei. Beide fröhlichen Gesellschaften bilden einen Pfropf, an dem sich alles staut.

Sich mit Bekannten zu verabreden, ist auf dem Fest schwierig. Erfahrene Besucher kennen aber die wenigen „strömungsfreien“ Stellen, zum Beispiel im Schatten bestimmter Stände. Und dann gibt es da noch ganz besondere Erlebnisse. Etwa, wenn sich mitten in der Nauwieser Straße am Café Kostbar zwei gegensätzliche Musikstile paaren: die monotonen Beats eines DJs und die skurrilen Klänge der Experimentalmusik von „Raped by Poodles“, bei der sich der Flötist gerade einem schrillen Solo hingibt. „Boah, schau mal: ganz dicke Gänsehaut“, sagt Stephanie Meiser und zeigt auf ihre Unterarme. „Stimmt, das klingt jetzt richtig schaurig“, sagt ihre Freundin Melanie Probst. Nur ein paar Meter weiter, die allerdings unendlich lange zu sein scheinen, sind die beiden, was das Musikalische angeht, erlöst. Nun gibt es melodischen Boogie-Woogie aus der Kneipe „Bleistift“ auf die Ohren, das klingt deutlich angenehmer. Auch zur Hauptbühne zu kommen ist im dichten Besucherstrom nicht ganz einfach. Wer dorthin will, muss kleine Lücken im Gedränge blitzschnell erkennen und nutzen.

 

Auf dem Nauwieser Platz, wo auf der besagten Bühne zum Beispiel die Fogs rocken, ist es deutlich angenehmer. Genau wie an den Eingangspunkten zum Fest. Etwa dem Szene-Laden Flamingo an der Försterstraße, wo Festgäste coole Cocktails genießen können. Oder am Juso-Laden an der Rotenbergstraße. Dort atmet Achim Pitz mit Bekannten ein wenig durch. Er sagt: „Das Nauwieser Fest mit seiner tollen Atmosphäre ist weit und breit wirklich einzigartig.“

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein