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Frank Farian: Der Saarbrücker Koch, der Musik-Titan wurde

Vermutlich 1955 ist dieses Foto von Frank Farian und der Kaltmamsell des damaligen Restaurants Schlossgarten an der Schlossmauer entstanden. Einige Jahre später startete Frank Farian mit den »Schatten« seine musikalische Karriere. Foto: Farian

Vermutlich 1955 ist dieses Foto von Frank Farian und der Kaltmamsell des damaligen Restaurants Schlossgarten an der Schlossmauer entstanden. Einige Jahre später startete Frank Farian mit den »Schatten« seine musikalische Karriere. Foto: Farian

Saarbrücken. "Auf die Bühne kam ein Mann mit rotem Hemd und schwarzen Lederhosen. Die Begleitband: Solo-, Rhythmus- und Bassgitarre, Schlagzeug und Saxophon. Der Saal tobte nicht, der Saal tanzte. ,Jugendtanztee' hieß die Veranstaltung, obwohl alle Cola tranken." So erinnert sich der saarländische Autor Gerhard Bungert an einen der ersten Auftritte von Frank Farian.

Aufgeschrieben hat Bungert diese Erinnerung vor fast 20 Jahren für die "Saar Rock History", das von Norbert Küntzer (Foto: Stadt) und Roland Helm (Foto: Maurer) zusammengestellte und von der Landeshauptstadt herausgegebene Standardwerk der saarländischen Rockmusikgeschichte. Das Buch ist lange vergriffen, das Interesse daran aber noch groß. Denn die Landeshauptstadt will eine neue Auflage der "Saar-Rock-History" auf den Markt bringen. Und wieder stellen Roland Helm vom Saarländischen Rundfunk und Norbert Küntzer von der Stadtverwaltung Texte und Bilder zusammen. Bis Ende des Jahres wollen sie festlegen, wer im Buch ganz groß rauskommt und wer nur eine Randnotiz wird.

Frank Farian gehört zu denen, die etwas mehr Platz bekommen. So viel verraten Helm und Küntzer schon. Schließlich hat es niemand aus der saarländischen Rockszene soweit gebracht, wie der Mann, der von sich sagt: "Ich hatte immer großen Hunger" und deshalb als Koch im Saarbrücker Schlossgarten-Restaurant anfing. Geboren wurde er zwar in Kirn. Im Krieg verschlug es ihn aber schon als Kind nach Altenkessel. Farian erlangte als Komponist und Produzent von Boney M. und Milli Vanilli musikalischen Weltruhm.  Inzwischen hat der Mann, der eigentlich Franz Reuther heißt, rund 800 Gold- und Platinauszeichnungen der Musikbranche eingesammelt. Im Saarland zog er in den 60er Jahren mit seiner Band "Frank Farian und seine Schatten" über die Dörfer.

Wenn alles gut läuft, sagt Helm, dann kommt Frank Farian einen Monat nach Erscheinen des neuen Buches zur Eröffnung der "Saar-Rock-History"-Ausstellung Mitte Mai kommenden Jahres ins Historische Museum an den Schlossplatz. Vom 17. bis 19. Juni haben dann viele andere saarländische Musiker einen großen Auftritt. Die Altstadtfest-Bühne am Schloss wird zur "Saar-Rock-History"-Rampe.

Auf einen Blick

Das neue Buch zur "Saar-Rock-History" soll Mitte April nächsten Jahres erscheinen. Einen Monat später, am 15. Mai, wird im Historischen Museum Saar am Saarbrücker Schlossplatz eine Ausstellung zur saarländischen Rockmusikgeschichte eröffnet. Sie dauert voraussichtlich bis Oktober 2011.

Musiker und Bands, die im Buch erwähnt werden wollen oder interessante Ausstellungsgegenstände als Leihgabe fürs Museum haben, melden sich bei der Landeshauptstadt Saarbrücken, Norbert Küntzer, Telefon (06 81) 9 05-19 09, Fax (06 81) 9 05-19 03, E-Mail info@saarrockhistory.de

Die SZ begleitet den Weg zum Buch und zur Ausstellung mit einer Serie. Wer Anregungen hat, meldet sich bei Martin Rolshausen, Tel. (06 81) 5 02-22 79, E-Mail m.rolshausen@sz-sb.de

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