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Frankreichs Raucher unter Dampf: Strengeres Verbot soll Kinder schützen -E-Zigarette aus Büros verbannt

Sommer, Sonne, Spielplatz – und Zigarette. Für manche Eltern gehört am Rande des Sandkastens der Glimmstängel einfach dazu. Doch seit Dienstag ist beim Schwätzchen neben der Schaukel in Frankreich das Rauchen verboten. „Spielplätze sind für Kinder gemacht und nicht für Raucher “, begründet Gesundheitsministerin Marisol Touraine im Radiosender France Inter ihre Maßnahme. Mit der neuen Regelung sollen die Kinder lernen, in einer Welt ohne Nikotin zu leben – zumindest, wenn sie nicht zu Hause sind.

78 000 Menschen sterben jährlich in Frankreich an den Folgen des Rauchens – so viele wie täglich bei einem Flugzeugabsturz mit 200 Menschen an Bord, rechnet die Ministerin gerne vor. In fünf Jahren will sie deshalb die Zahl der Raucher im Land der „Gauloise“ um zehn Prozent verringern. Heute rauchen in Frankreich 32 Prozent der 15- bis 75-Jährigen – deutlich mehr als der EU-Durchschnitt von 26 Prozent. Und die französischen Kinder fangen bereits früh an: Laut dem staatlichen Komitee gegen den Tabak-Konsum greift bereits ein Viertel der 15-Jährigen zur Zigarette.

Um die Kinder und Jugendlichen besser zu schützen, hatte Touraine im Herbst ein Anti-Rauch-Programm vorgestellt. Es sieht ab Mai 2016 einheitliche, neutrale Zigarettenpackungen ohne verlockende Bilder vor. Seit April ist im Auto die Zigarette verboten, wenn Erwachsene mit Kindern unter zwölf Jahren unterwegs sind. Falls doch ein Fahrer rauchend erwischt wird, droht eine Geldstrafe von 68 Euro. Allerdings dürften die Raucher mit Kindern auf der Rückbank kaum zur Rechenschaft gezogen werden: „Die Polizisten haben anderes zu tun, zum Beispiel im Kampf gegen die Kriminalität“, teilte die Gewerkschaft Synergie Officiers nach Bekanntwerden der neuen Maßnahme mit.

Auch gegen die in Frankreich beliebte E-Zigarette geht Touraine vor. In einigen Wochen soll der alternative Glimmstängel, der einen geruchlosen Dampf ausstößt, aus den Büros verbannt werden. In Schulen und öffentlichen Verkehrsmitteln gilt bereits ein Verbot des „Vapotage“ wie die Franzosen das Paffen mit Dampf nennen. „Dampfen ist immer noch besser als rauchen“, sagt Touraine. Vor allem, wenn die E-Zigarette dabei helfe, vom echten Glimmstängel wegzukommen. Allerdings sind die Röhrchen mit dem Aroma-Dampf gerade bei Jugendlichen beliebt, die so den Weg zur richtigen Zigarette finden könnten.

Einen Ort gibt es allerdings, an dem die Gesundheitsministerin das Rauchen weiter erlauben will: den Strand. Einige Städte wie Nizza haben bereits den Glimmstängel an öffentlichen Stränden verboten. Eine generelle Regelung für ganz Frankreich soll daraus aber nicht gemacht werden. „Doch wenn die Gemeinden das Rauchen verbieten wollen, kann ich sie nur ermutigen“, sagt Touraine.
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