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Franzenbrunnen: Müssen wegen Bauarbeiten Eidechsen sterben?

Trotz des Protestes von Anwohnern und Naturschützern hat die Stadt angefangen, am Franzenbrunnen zu bauen.

Trotz des Protestes von Anwohnern und Naturschützern hat die Stadt angefangen, am Franzenbrunnen zu bauen.

Alt-Saarbrücken. Nein, eine Entscheidung es Oberverwaltungsgerichts wollte die Stadt nicht abwarten. Man wolle mit dem Bau der neuen Kindertagesstätte Franzenbrunnen so schnell wie möglich beginnen, teilte Oberbürgermeisterin Charlotte Britz Anfang Oktober mit – auch um die Zauneidechsen zu schonen, die es im Baugebiet gibt. Von wegen schonen, sagt nun der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Die Stadt sei dabei, die Zauneidechsen am Franzenbrunnen zu töten. Man habe „mit der Vernichtung der Population bereits begonnen“.

Während die Tiere überwintern, darf nicht mit dem Bau begonnen werden, hatten Britz und ihr Rechtsdezernent Jürgen Wohlfarth erklärt. Weil die Stadt mit dem Bau fertig werden müsse, bevor Eltern ab August kommenden Jahres einen Rechtsanspruch auf Kitaplätze für ihren Nachwuchs haben und die Stadt dann die Plätze brauche, könne mit dem Baubeginn nicht bis Frühjahr gewartet werden. Für die Eidechsen sei es gut, wenn jetzt mit dem Bau begonnen werde. „Wenn die Baumaschinen kommen, laufen die Tiere weg“, sagte Wohlfahrt. Er und Britz beriefen sich dabei auf ein Gutachten des Landesamts für Umwelt- und Arbeitsschutz. In der Tat schreibt der Gutachter, „dass mit den Baumaßnahmen entweder vor Beginn der Winterstarre der Tiere, das heißt bis circa Ende Oktober, begonnen werden sollte“ oder eben bis nach der Winterstarre gewartet werden soll.

Der Experte des BUND, der Diplom-Biologe Herbert Backes, hält das Gutachten für unseriös. Als die Stadt Mitte Oktober mit den Arbeiten begonnen hat, seien „allenfalls noch diesjährige Jungtiere oder im Laufe des Sommers verletzte Tiere noch nicht in Winterruhe“ gewesen. Der Großteil der Zauneidechsen, darunter die fortpflanzungsfähigen Tiere, seien „mit ganz wenigen Ausnahmen bereits in Winterstarre“ gewesen.

Ende September habe die Stadt „entlang und im Plangebiet Zauneidechsen gefangen“, um sie „vermutlich an anderer Stelle wieder auszusetzen, was angesichts der bereits fortgeschrittenen Jahreszeit für die standorttreuen Tiere einer Tötung“ gleichkomme, sagt Backes. Zauneidechsen seien, auch das sei eine Fehlannahme des Gutachters, nicht mobil.

Das Oberverwaltungsgericht hat zwar inzwischen den Antrag des BUND und der Bürgerinitiative Franzenbrunnen auf eine einstweilige Verfügung gegen den Baubeginn abgelehnt (die SZ berichtete). Die Projektgegner bleiben aber nicht zuletzt wegen des aus ihrer Sicht fehlerhaften Gutachtens dabei: Dass am Franzenbrunnen gebaut wird, sei unverantwortlich.

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